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Sieger Royal Gartenmöbelset 9tlg. inkl. Auszieh...
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Im Lieferumfang enthalten: 1x Sieger Ausziehtisch Aluminium/Vivodur champagner/mocca 2x Sieger Royal Stapelsessel champagner/mocca 6x Sieger Royal Klappsessel champagner/mocca Sie wünschen das Set in graphit/grau? Bitte kontaktieren Sie uns und wir erstellen Ihnen ein individuelles Angebot!

Anbieter: Beckhuis.com
Stand: 10.04.2020
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Babysitter, 57223
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Hallo, mein Name ist Anna und ich studiere ab April im 4. Semester Lehramt an der Uni in Siegen. Der perfekte Nebenjob wäre für mich das Arbeiten mit Kindern, da ich mit sehr vielen kleinen Kindern und Babys in meinem Verwandtenkreis aufgewachsen bin und mich schon immer um die Kinder gekümmert habe. Egal worauf die Kinder Lust haben oder was sie brauchen, ich bin für alles zu haben. Spielen, wickeln, putzen, kochen etc., wenn nötig würde ich auch über Nacht aufpassen. Haustiere sind für mich ebenfalls kein Problem da ich selbst zwei kleine Hunde habe. Ich hoffe ihr Interesse ist geweckt und ich würde mich freuen Sie und ihre Kinder bei einem Treffen besser kennenlernen zu dürfen. P.S.: Ich bin in den kommenden 2 Monaten fast jeden Tag verfügbar, da ich Semesterferien habe. LG, Anna

Anbieter: HalloFamilie
Stand: 10.04.2020
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Sieger Trento Klapprollliege Aluminium/Textilen...
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ieger Trento Kapprollliege: erstrangig & geschmackvoll Die Klapprollliege von Sieger Trento zeichnet sich durch ästhetisch ansprechend geformte Gestelle aus Aluminium-Trapezrohren mit Polyesterbeschichtung aus. Die Sitz- und Rückenlehne sind mit Textilux Kunstfasergewebe bezogen. Die Armlehnen der Liege sind mit einem Aufsatz aus Vollkunststoff bestückt. Dieser Aufsatz ist in Eisengrau, Hellgrau oder Mocca mit Strukturoberfläche erhältlich, je nach gewählter Stuhlfarbe. Die Liege verfügt über zwei Rollen für den einfachen Transport der Sonne entgegen. Zudem ist die 6-fach verstellbare Rückenlehne ein zusätzliches Plus. Die Sitz- und Liegefläche dieser Rollliege liegt bei einer Höhe von 38 cm. Das Material: ein Bündnis aus den besten Materialien Die Serie Trento von SIEGER ist eine Verbindung aus Aluminium, Vollkunststoff und Textilux-Kunstfasergewebe. Das recyclingfähige Leichtmetall ist ideal geeignet für den Einsatz im Freien. Die SIEGER-Gartenmöbel aus Aluminium verfügen durch eine entsprechende Wandstärke der Aluminiumrohre über eine hohe Stabilität und sind dennoch einfach handzuhaben aufgrund ihres leichten Gewichts. Veredelt wird das rostfreie Aluminium durch eine hochwertige Polyesterbeschichtung und erhält so ein edles Oberflächenfinish. Diese Beschichtung gibt dem Stuhl eine Unempfindlichkeit gegenüber Witterungseinflüssen und er wird absolut pflegeleicht. Kunststoff ist einer der besten Materialien für den Außenbereich, wegen seiner Wetterfestigkeit, UV-Stabilität und Schlagfestigkeit. Es wird außerdem nur Kunststoff von führenden Herstellern verwendet. Ein weiteres Plus: Die Möble sind sehr leicht zu reinigen und sind zu 100 % recyclingfähig. Die verwendete Textilux-Kunstfaser ist ein angenehmes, hautsympathisches und strapazierfähiges Kunstfasergewebe, das durch Atmungsaktivität und Pflegeleichtheit überzeugt. Es besteht aus einem kunststoffummantelten Polyestergarn und garantiert Wetterfestigkeit und ein hervorragenden Sitz- und Liegekomfort. Reißfestigkeit und Formstabilität sind auch nach längerem Gebrauch gegeben. Die verwendeten Materialien erfüllen alle Anforderungen der europäischen REACH-Verordnung. Bequemlichkeit in jeder Facette Ob mit oder ohne Polsterauflagen ist bequemes Sitzen und Liegen gewährleistet. Aber um ein farbliches Highlight zu kreieren, bieten wir Ihnen die passenden Polsterauflagen zu Ihrem SIEGER Trento Möbel aus der SIEGER Polsterkollektion . Dessins finden Sie in der Kategorie Polsterauflagen . Zur Vervollständigung ihres SIEGER Trento Sortiments empfehlen wir ihnen den SIEGER Trento Stapelsessel ,den SIEGER Trento Hocker , den SIEGER Trento Klappsessel und die SIEGER Trento Komfort-Klapprollliege .

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Stand: 10.04.2020
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Die letzten Tage von Rabbit Hayes
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Anna McPartlin auf der Höhe ihres Könnens: ein zutiefst ergreifender Roman über das Leben und das Sterben Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt. Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ... Die Geschichte von Rabbit Hayes: ungeheuer traurig. Ungeheuer tröstlich.„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ – oder nur das Leben zählt Anna McPartlin gelingt in ihrem neuen Roman eine Hommage an das Leben selbst Die irische Autorin Anna McPartlin macht in ihrem neuen Roman „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ keine Umschweife, sie kommt direkt zur Sache, schickt den Leser mit einem derartigen Schub in die Geschichte, dass der sofort versteht: Das wird nicht leicht, das wird sogar schwer, es geht ans Eingemachte, da muss man durch. Und es lohnt sich, weil es um etwas Bedeutendes und sehr Wertvolles geht: das Leben selbst. Rabbit Hayes: 40 Jahre, Mutter, unheilbar krank „Bei mir wurde heute Brustkrebs festgestellt. Eigentlich müsste ich Angst haben, aber ich fühle mich eigenartig beschwingt. Natürlich springe ich jetzt nicht vor Freude in die Luft, weil ich Krebs habe oder vielleicht eine Brust verliere, aber es macht mir wieder bewusst, wie gut es mir geht. Ich liebe mein Leben. Ich liebe meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit und ganz besonders liebe ich meine Tochter. Das Leben ist immer so hart, aber ich gehöre zu den Glückskindern. Ich werde siegen.“ Nach dieser Einleitung ahnt der Leser bereits: Das kann nicht gut ausgehen. Darauf deutet schließlich auch der Titel des Buches hin. Hier wird also von einem Ende, einem Abschied erzählt. Es ist die Geschichte von Mia „Rabbit“ Hayes, 40 Jahre alt und Mutter der zwölfjährigen Juliet. Vor vier Jahren ist sie an Brustkrebs erkrankt und nun leidet sie an „tiefsitzenden, metastasierenden Tumoren und Krebs im Endstadium“. Ihre Familie bringt sie in ein Hospiz, wo sie ihre letzten neun Tage erleben wird. Anna McPartlin gelingt eine meisterhafte Balance aus Schwere und Leichtigkeit „Puh“, denkt man sich als Leser. Das wird sicher keine ausschließlich vergnügliche Lektüre. Allerdings hat McPartlin bereits in Romanen wie „Weil du bei mir bist“ (2007) und „So was wie Liebe“ (2008) ihr Talent unter Beweis gestellt, das Leben in all seinen Facetten so aufbereiten zu können, dass die Lektüre zu einem literarischen Erlebnis wird. Und man kann es gleich vorwegnehmen: In ihrem neuen Buch gelingt McPartlin dies in einer nahezu meisterhaften Balance aus Schwere und Leichtigkeit. Eine Mischung, die den Leser süchtig nach mehr macht. Man leidet mit, man lacht mit, man wird wütend … McPartlin lässt uns eintauchen in die Lebensgeschichte von Rabbit Hayes. Wir lernen ihre flamboyante und liebenswürdige Mutter Molly kennen, ihren rationalen und tiefsinnigen Vater Jack, die älteren Geschwister Davey und Grace sowie auch Rabbits beste Freundin Marjorie. Rabbit ist geschwächt, sie dämmert in ihren letzten Tagen zwischen Wach- und Schlafzustand hin und her. Und so „kam ihr Geist nur noch im Schlaf richtig in Schwung“. Für die Autorin ist dies die Gelegenheit, Episoden aus Rabbits Vergangenheit zu erzählen - und dazu zwischen den Perspektiven der handelnden Personen hin- und herzuwechseln. So erfährt der Leser, wie unterschiedlich die Protagonisten mit dem nahenden Tod ihrer geliebten Rabbit umgehen, dass sie zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit schwanken, wie sie einen bittertraurigen Kampf ausfechten, der doch schon verloren scheint. McPartlin zoomt den Leser dazu so nahe an die Emotionen der Hauptpersonen heran, dass es schmerzhaft ist. Denn darum geht es: die Momente zu durchleben, auf die einen niemand im Leben vorbereiten kann. Man leidet mit, man lacht mit, man wird wütend, wenn Jack an dem aussichtslosen Ringen um seine Tochter zuweilen verzweifelt. Eingewebt in all diese Episoden ist die Liebesgeschichte von Rabbit zu Johnny, die sich in deren Teenagerzeit entwickelte und die für Rabbit die einzige große Liebe ihres Lebens blieb. Und Teil der Geschichte sind auch die vielen schönen, witzigen und denkwürdigen Erlebnisse von Rabbit mit ihrer großen irischen Familie und ihren Freunden. Kein Buch über das Sterben, eine Hommage an die Liebe und das Leben Der rote Faden des Buches ist aber nicht das langsame Sterben von Rabbit, wie man vermuten könnte, sondern die Liebe. Denn darum geht es McPartlin: zu zeigen, dass selbst der schlimmste und traurigste Tod ein Weg ist, der das Leben in all seinen Facetten zum Leuchten bringen kann, wenn man von Menschen begleitet wird, die einem in Liebe verbunden sind. Dies mag vielleicht ein schwacher Trost sein, wenn man einen geliebten Menschen verliert. Aber es ist immerhin ein Trost, der eine gewaltige, lebensbejahende Kraft entwickeln kann. Dies zeigt McPartlin bravourös – in einer mitreißenden Hommage an das Leben selbst. Anna McPartlin, „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“, 2015, rororo

Anbieter: buecher
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Sieger Trento Gartenmöbelset 11 tlg. mit Auszie...
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Im Lieferumfang enthalten: 10x Sieger Trento Stapelsessel Aluminium 1x Sieger Ausziehtisch Aluminium/Vivodur

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Die letzten Tage von Rabbit Hayes
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Anna McPartlin auf der Höhe ihres Könnens: ein zutiefst ergreifender Roman über das Leben und das Sterben Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt. Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ... Die Geschichte von Rabbit Hayes: ungeheuer traurig. Ungeheuer tröstlich.„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ – oder nur das Leben zählt Anna McPartlin gelingt in ihrem neuen Roman eine Hommage an das Leben selbst Die irische Autorin Anna McPartlin macht in ihrem neuen Roman „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ keine Umschweife, sie kommt direkt zur Sache, schickt den Leser mit einem derartigen Schub in die Geschichte, dass der sofort versteht: Das wird nicht leicht, das wird sogar schwer, es geht ans Eingemachte, da muss man durch. Und es lohnt sich, weil es um etwas Bedeutendes und sehr Wertvolles geht: das Leben selbst. Rabbit Hayes: 40 Jahre, Mutter, unheilbar krank „Bei mir wurde heute Brustkrebs festgestellt. Eigentlich müsste ich Angst haben, aber ich fühle mich eigenartig beschwingt. Natürlich springe ich jetzt nicht vor Freude in die Luft, weil ich Krebs habe oder vielleicht eine Brust verliere, aber es macht mir wieder bewusst, wie gut es mir geht. Ich liebe mein Leben. Ich liebe meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit und ganz besonders liebe ich meine Tochter. Das Leben ist immer so hart, aber ich gehöre zu den Glückskindern. Ich werde siegen.“ Nach dieser Einleitung ahnt der Leser bereits: Das kann nicht gut ausgehen. Darauf deutet schließlich auch der Titel des Buches hin. Hier wird also von einem Ende, einem Abschied erzählt. Es ist die Geschichte von Mia „Rabbit“ Hayes, 40 Jahre alt und Mutter der zwölfjährigen Juliet. Vor vier Jahren ist sie an Brustkrebs erkrankt und nun leidet sie an „tiefsitzenden, metastasierenden Tumoren und Krebs im Endstadium“. Ihre Familie bringt sie in ein Hospiz, wo sie ihre letzten neun Tage erleben wird. Anna McPartlin gelingt eine meisterhafte Balance aus Schwere und Leichtigkeit „Puh“, denkt man sich als Leser. Das wird sicher keine ausschließlich vergnügliche Lektüre. Allerdings hat McPartlin bereits in Romanen wie „Weil du bei mir bist“ (2007) und „So was wie Liebe“ (2008) ihr Talent unter Beweis gestellt, das Leben in all seinen Facetten so aufbereiten zu können, dass die Lektüre zu einem literarischen Erlebnis wird. Und man kann es gleich vorwegnehmen: In ihrem neuen Buch gelingt McPartlin dies in einer nahezu meisterhaften Balance aus Schwere und Leichtigkeit. Eine Mischung, die den Leser süchtig nach mehr macht. Man leidet mit, man lacht mit, man wird wütend … McPartlin lässt uns eintauchen in die Lebensgeschichte von Rabbit Hayes. Wir lernen ihre flamboyante und liebenswürdige Mutter Molly kennen, ihren rationalen und tiefsinnigen Vater Jack, die älteren Geschwister Davey und Grace sowie auch Rabbits beste Freundin Marjorie. Rabbit ist geschwächt, sie dämmert in ihren letzten Tagen zwischen Wach- und Schlafzustand hin und her. Und so „kam ihr Geist nur noch im Schlaf richtig in Schwung“. Für die Autorin ist dies die Gelegenheit, Episoden aus Rabbits Vergangenheit zu erzählen - und dazu zwischen den Perspektiven der handelnden Personen hin- und herzuwechseln. So erfährt der Leser, wie unterschiedlich die Protagonisten mit dem nahenden Tod ihrer geliebten Rabbit umgehen, dass sie zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit schwanken, wie sie einen bittertraurigen Kampf ausfechten, der doch schon verloren scheint. McPartlin zoomt den Leser dazu so nahe an die Emotionen der Hauptpersonen heran, dass es schmerzhaft ist. Denn darum geht es: die Momente zu durchleben, auf die einen niemand im Leben vorbereiten kann. Man leidet mit, man lacht mit, man wird wütend, wenn Jack an dem aussichtslosen Ringen um seine Tochter zuweilen verzweifelt. Eingewebt in all diese Episoden ist die Liebesgeschichte von Rabbit zu Johnny, die sich in deren Teenagerzeit entwickelte und die für Rabbit die einzige große Liebe ihres Lebens blieb. Und Teil der Geschichte sind auch die vielen schönen, witzigen und denkwürdigen Erlebnisse von Rabbit mit ihrer großen irischen Familie und ihren Freunden. Kein Buch über das Sterben, eine Hommage an die Liebe und das Leben Der rote Faden des Buches ist aber nicht das langsame Sterben von Rabbit, wie man vermuten könnte, sondern die Liebe. Denn darum geht es McPartlin: zu zeigen, dass selbst der schlimmste und traurigste Tod ein Weg ist, der das Leben in all seinen Facetten zum Leuchten bringen kann, wenn man von Menschen begleitet wird, die einem in Liebe verbunden sind. Dies mag vielleicht ein schwacher Trost sein, wenn man einen geliebten Menschen verliert. Aber es ist immerhin ein Trost, der eine gewaltige, lebensbejahende Kraft entwickeln kann. Dies zeigt McPartlin bravourös – in einer mitreißenden Hommage an das Leben selbst. Anna McPartlin, „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“, 2015, rororo

Anbieter: buecher
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Sieger Calvi Gartenmöbelset 11 tlg. mit Auszieh...
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Im Lieferumfang enthalten: 1x Sieger Ausziehtisch Aluminium/Polytec 180/235/290 cm 10x Sieger Calvi Stapelsessel Aluminium

Anbieter: Beckhuis.com
Stand: 10.04.2020
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Beim Häuten der Zwiebel
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Um das Interview, das Günter Grass am 12.08.2006 der FAZ gegeben hat, zu lesen, klicken Sie bitte unten auf „mehr“.Günter Grass erzählt von sich selbst. Vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Vom Knaben in Uniform, der so gern zur U-Boot-Flotte möchte und sich hungernd in einem Kriegsgefangenenlager wiederfindet. Von dem jungen Mann, der sich den Künsten verschreibt, den Frauen hingibt und in Paris an der "Blechtrommel" arbeitet. Günter Grass erzählt von der spannendsten Zeit eines Menschen: den Jahren, in denen eine Persönlichkeit entsteht, geformt wird, ihre einzigartige Gestalt annimmt.Zwischen den vielen Schichten der "Zwiebel Erinnerung" sind zahllose Erlebnisse verborgen. Grass legt sie frei, schreibt über den Arbeitsdienst-Kameraden, der niemals eine Waffe in die Hand nahm, schildert genüßlich einen Lager-Kochkurs, der mangels Lebensmittel abstrakt bliebt, und berichtet, wie der Kunststudent sein Geld in einer Jazzband verdiente. Zudem zeichnet er liebevolle Porträts von seiner Familie, von Freunden, Lehrern, Weggefährten.Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes Erinnerungsbuch, das immer wieder Brücken in die Gegenwart schlägt. Günter Grass fasst den jungen Menschen von damals nicht mit Samthandschuhen an, enthüllt seine Schwächen, legt den Finger auf manches Versagen und noch heute schmerzende Wunden. Dass er die eine oder andere Erinnerungslücke mit Hilfe seiner reichen Phantasie ausgemalt haben könnte, gesteht er offen ein.Günter Grass im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (vom 12.08.2006, Nr. 186, S. 33):Warum ich nach sechzig Jahren mein Schweigen brecheEine deutsche Jugend: Günter Grass spricht zum ersten Mal über sein Erinnerungsbuch und seine Mitgliedschaft in der Waffen-SSZum ersten Mal nach mehr als sechzig Jahren spricht Günter Grass über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Als Fünfzehnjähriger hatte er sich noch als Hitlerjunge freiwillig zu den U-Booten gemeldet, mit siebzehn wurde Grass einberufen und kam vom Arbeitsdienst zur Division "Frundsberg", die zur Waffen-SS gehörte. In seinem Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel", das im September erscheinen wird, beschreibt Grass seine Kindheit in Danzig, die letzten Kriegswochen als Soldat, in denen er nur mit knapper Not dem Tod entkam, die Kriegsgefangenschaft und die Wirren der ersten Nachkriegszeit. Der Wunsch, Künstler zu werden, wurde über diesen Erlebnissen noch stärker. Dem Weg vom Flüchtlingskind zum Autor der "Blechtrommel" ist der zweite Teil des Buches gewidmet. Er endet mit dem Aufenthalt von Günter Grass und seiner ersten Frau Anna in Paris Ende der fünfziger Jahre. Am 19. August, heute in einer Woche, werden wir in einer achtseitigen Sonderbeilage ausführliche Exklusivauszüge aus dem neuen Buch vorstellen. Die Beilage enthält außerdem zahlreiche Rötelzeichnungen von Grass sowie zum Teil bislang unbekannte Fotodokumente aus der Jugend des Schriftstellers. Günter Grass hat an der Gestaltung der Beilage mitgewirkt.F.A.Z.Ihre Erinnerungen tragen den Titel "Beim Häuten der Zwiebel". Was hat es mit der Zwiebel auf sich?Ich mußte eine Form für dieses Buch finden, das war das Schwierigste daran. Es ist ja eine Binsenwahrheit, daß unsere Erinnerungen, unsere Selbstbilder trügerisch sein können und es oft auch sind. Wir beschönigen, dramatisieren, lassen Erlebnisse zur Anekdote zusammenschnurren. Und all das, also auch das Fragwürdige, das alle literarischen Erinnerungen aufweisen, wollte ich schon in der Form durchscheinen und anklingen lassen. Deshalb die Zwiebel. Beim Enthäuten der Zwiebel, also beim Schreiben, wird Haut für Haut, Satz um Satz etwas deutlich und ablesbar, da wird Verschollenes wieder lebendig.Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Erinnerungen aufzuschreiben?Ich will nicht sagen, daß es eine schwere Geburt war, aber es brauchte doch eine gewisse Überwindung, bevor ich damit beginnen konnte, weil ich einige grundsätzliche Einwände gegen Autobiographien habe. Viele Autobiographien versuchen dem Leser weiszumachen, eine Sache sei so und nicht anders gewesen. Das wollte ich offener gestalten, deswegen war die Form für mich so wichtig.Ihr Buch geht zurück bis in die Kindheitsjahre. Aber es fängt nicht mit Ihrer frühesten Erinnerung an, sondern es beginnt, da sind Sie fast zwölf Jahre alt, mit dem Ausbruch des Krieges. Warum haben Sie genau diese Zäsur gewählt?Der Krieg, das ist der Dreh- und Angelpunkt. Er datiert den Anfang vom Ende meiner Kindheit, weil mit Kriegsbeginn zum ersten Mal Dinge von außen bis in die Familien hinein wirksam wurden. Mein Onkel, der bei der polnischen Post war, fehlte auf einmal, er besuchte uns nicht mehr, wir spielten nicht mehr mit seinen Kindern. Dann hieß es, man habe ihn standrechtlich erschossen. Die kaschubische Verwandtschaft meiner Mutter, die vorher bei uns ein und aus ging, war plötzlich nicht mehr gern gesehen. Erst in den späteren Kriegsjahren kam die Großtante wieder und brachte irgend etwas vom Bauernhof mit und holte bei uns Petroleum. Das bekam sie auf dem Land nicht, wegen der Knappheit. So ergab sich wieder familiärer Zusammenhalt. Aber zunächst einmal paßten sich meine Eltern opportunistisch den Gegebenheiten an. Über all das, was damals gewesen ist, wollte ich mir noch einmal Klarheit verschaffen, vor allem über bestimmte Dinge bei mir selbst. Was hat dich, was hat den Jungen, der du einmal warst, gehindert, die richtigen Fragen zu stellen? Du bist ja ein wacher Bursche gewesen, sogar aufsässig. Aber du hast keine Fragen gestellt, nicht die entscheidenden Fragen. Darum ging es mir. Und ich wollte meine Vergangenheit nicht einfach schildern und sagen, so war es, sondern ich wollte davon erzählen. Denn das ist meine Sache: erzählen.Sie suchen für Ihre Erinnerung und Ihr erzählerisches Temperament immer wieder den Stimulus von außen. Die Zwiebel oder Bernstein von Ihrer geliebten Ostseeküste helfen Ihnen auf die Sprünge. Gibt es kein Familienarchiv, aus dem Sie schöpfen konnten?Als Flüchtlingskind - ich bin mittlerweile fast achtzig und nenne mich immer noch Flüchtlingskind - hatte ich nichts. Ich weise im Buch darauf hin, daß Kollegen von mir, die am Bodensee oder in Nürnberg aufgewachsen sind, immer noch ihre Schulzeugnisse und alles mögliche aus ihrer Kindheit greifbar haben. Ich habe nichts mehr. Es ist alles weg. Einige wenige Fotos, die meine Mutter aufbewahren konnte, das war's. Ich bin also in einer benachteiligten Situation gewesen, die sich dann aber doch beim Erzählen als vorteilhaft erwies.Zu den verlorenen Schätzen Ihrer Kindheit gehört auch das Manuskript Ihres ersten Romans.Ja, das war ein historischer Roman, der im dreizehnten Jahrhundert spielte, in der Zeit des Interregnums, der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit. Da gab es Femegerichte, das Stauferreich ging unter, Tod und Teufel waren los. Aber ich konnte mit meinen fiktiven Figuren nicht haushalten, am Ende des ersten Kapitels waren sie alle tot. Da gab's kein Weiterschreiben. Aber daraus habe ich immerhin gelernt, später mit meinen Figuren ökonomischer umzugehen. Tulla Pokriefke und Oskar Matzerath haben ihre ersten Auftritte überlebt und konnten so in späteren Büchern wieder auftauchen.Sie haben wiederholt berichtet, daß erst Baldur von Schirachs Schuldbekenntnis in Nürnberg Sie davon überzeugen konnte, daß die Deutschen den Völkermord begangen haben. Aber jetzt sprechen Sie zum ersten Mal und völlig überraschend darüber, daß Sie Mitglied der Waffen-SS waren. Warum erst jetzt?Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich. Die Sache verlief damals so: Ich hatte mich freiwillig gemeldet, aber nicht zur Waffen-SS, sondern zu den U-Booten, was genauso verrückt war. Aber die nahmen niemanden mehr. Die Waffen-SS hingegen hat in diesen letzten Kriegsmonaten 1944/45 genommen, was sie kriegen konnte. Das galt für Rekruten, aber auch für Ältere, die oft von der Luftwaffe kamen, "Hermann-Göring-Spende" nannte man das. Je weniger Flugplätze noch intakt waren, desto mehr Bodenpersonal wurde in Heereseinheiten oder in Einheiten der Waffen-SS gesteckt. Bei der Marine war's genauso. Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zuerst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte.Was mit Ihnen geschah, haben Sie ja sicher erst festgestellt, als Sie bei Ihrer Einheit waren. Oder konnten Sie das schon am Einberufungsbefehl erkennen?An der Stelle wird's undeutlich, weil ich nicht sicher bin, wie es war: War es schon am Einberufungsbefehl zu erkennen, am Briefkopf, am Dienstgrad des Unterzeichners? Oder habe ich das erst gemerkt, als ich in Dresden ankam? Das weiß ich nicht mehr.Haben Sie damals mit Ihren Kameraden darüber gesprochen, was es bedeutet, in der Waffen-SS zu sein? War das ein Thema unter den jungen Männern, die sich da zusammengewürfelt fanden?In der Einheit war es so, wie ich es im Buch beschrieben habe: Schliff. Es gab nichts anderes. Da hieß es nur: Wie komme ich drum herum? Ich habe mir selbst die Gelbsucht beigebracht, das reichte aber nur für ein paar Wochen. Danach begann wieder die Hundsschleiferei und eine unzureichende Ausbildung mit veraltetem Gerät. - Jedenfalls mußte es geschrieben werden.Sie hätten es nicht schreiben müssen. Niemand konnte Sie dazu zwingen.Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat.Warum haben Sie sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet?Mir ging es zunächst vor allem darum rauszukommen. Aus der Enge, aus der Familie. Das wollte ich beenden, und deshalb habe ich mich freiwillig gemeldet. Auch das ist ja eine merkwürdige Sache: Ich habe mich gemeldet, mit fünfzehn wohl, und danach den Vorgang als Tatsache vergessen. So ging es vielen meines Jahrgangs: Wir waren im Arbeitsdienst, und auf einmal, ein Jahr später, lag der Einberufungsbefehl auf dem Tisch. Und dann stellte ich vielleicht erst in Dresden fest, es ist die Waffen- SS.Hatten Sie ein Schuldgefühl deswegen?Währenddessen? Nein. Später hat mich dieses Schuldgefühl als Schande belastet. Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht? Ich schildere ja zum Beispiel zu Anfang des Buches einen Mitschüler, der mehr wußte als wir anderen in der Klasse. Der hatte einen Vater, der sozialdemokratischer Abgeordneter im Senat war und später ins KZ kam. Ich kenne auch Fälle, wo sich dann die Kinder gegen ihre Eltern gestellt haben. Wenn die von ihrem bürgerlich-konservativen Standpunkt aus die Nazis kritisiert haben, konnte das gefährlich werden. Es war nicht leicht, einem jungen Menschen das damals klarzumachen. Man vergißt ja leicht, wie geschickt und modern die Hitlerjugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz "Jugend muß von Jugend geführt werden" war ungeheuer wirkungsvoll. Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele.Sie haben sich als einer der ersten Ihrer Generation über die eigene Verführbarkeit geäußert und waren immer sehr offen im Umgang mit der deutschen Geschichte. Dafür sind Sie oft gescholten worden.Ja, wir haben bis heute so viele Widerstandskämpfer, daß man sich wundert, wie Hitler an die Macht hat kommen können. Aber ich will noch einmal zurückkehren in die fünfziger Jahre, um Ihnen meinen Ansatz beim Schreiben der "Blechtrommel" zu erklären. Was zuvor, 1945, geschehen war, galt als Zusammenbruch, war nicht die bedingungslose Kapitulation. Verharmlosend hieß es: Es wurde dunkel in Deutschland. Es wurde so getan, als wäre das arme deutsche Volk von einer Horde schwarzer Gesellen verführt worden. Und das stimmte nicht. Ich habe als Kind miterlebt, wie alles am hellen Tag passierte. Und zwar mit Begeisterung und mit Zuspruch. Natürlich auch durch Verführung, auch das, ganz gewiß. Was die Jugend betrifft: Viele, viele waren begeistert dabei. Und dieser Begeisterung und ihren Ursachen wollte ich nachgehen, schon beim Schreiben der "Blechtrommel" und auch jetzt wieder, ein halbes Jahrhundert später, bei meinem neuen Buch.Haben Sie Widerstand beobachtet?Wirklichen Widerstand habe ich nur in einem Fall erlebt, das war beim Arbeitsdienst und wird im Buch ausführlich beschrieben. Seinen Namen weiß ich nicht mehr, und so nenne ich ihn heute "Wirtunsowasnicht", denn das war seine stehende Redewendung. Er gehörte keiner der herrschenden Ideologien an, war weder Nazi noch Kommunist oder Sozialist. Er gehörte zu den Zeugen Jehovas. Man konnte gar nicht genau sagen, wogegen er war. Jedenfalls faßte er kein Gewehr an. Er ließ es einfach fallen, immer wieder, gleich, welche Strafe ihm angedroht und vollzogen wurde. Und auch dieser ungewöhnliche Mensch hat mich nicht zum Umdenken bewegen können. Ich habe ihn gehaßt und bewundert. Gehaßt, weil wir seinetwegen noch mehr geschliffen wurden. Und bewundert habe ich seine unglaubliche Willensstärke und mich gefragt: Wie hält er das aus? Wie schafft er das bloß?Kann es sein, daß Sie in der Nachkriegszeit einfach den richtigen Zeitpunkt verpaßt haben, um Ihre SS-Zugehörigkeit zu thematisieren?Das weiß ich nicht. Es ist sicher so, daß ich glaubte, mit dem, was ich schreibend tat, genug getan zu haben. Ich habe ja meinen Lernprozeß durchgemacht und daraus meine Konsequenzen gezogen. Aber es blieb dieser restliche Makel. Es war deshalb immer klar für mich, daß dieser Rest seinen Platz finden müßte, wenn ich mich jemals dazu entschließen sollte, etwas Autobiographisches zu schreiben. Aber das ist nicht das dominierende Thema meines Buches.Konnten Sie diesen nachträglichen Schock, Teil einer verbrecherischen Organisation gewesen zu sein, in der "Blechtrommel" und in "Katz und Maus" verarbeiten?Das meinte ich, als ich einmal sagte, dieses Thema war mir ohnehin gestellt. Es fing mit der "Blechtrommel" an. So etwas kann man nicht wollen, das war keine freie Entscheidung, das war unumgänglich. Ich habe anfangs mit meinen verschiedenen Begabungen und Möglichkeiten zwar immer wieder versucht, drum herumzutanzen, aber die Stoffmasse des Themas war immer da, wartete sozusagen auf mich, und ich mußte mich dem stellen. Als ich meinen ehemaligen Mitschüler Wolfgang Heinrichs 1990 als gebrochenen Menschen wiedertraf, ich beschreibe diese Begegnung im Buch, wurde mir klar, wie sehr vom Zufall abhing, wo man bei Kriegsende landete. Ich wurde aus der Gefangenschaft in den Westen entlassen und befand mich auf freier Wildbahn. Ich mußte mir selbst etwas zusammenschustern mit all den Irrtümern und mit all den Umwegen, während Gleichaltrige meiner Generation, Christa Wolf etwa oder Erich Loest, im Osten des Landes sofort mit einer neuen und glaubhaften Ideologie versorgt waren. Da kamen auf einmal Widerstandskämpfer, die im spanischen Bürgerkrieg gewesen waren, die unter Hitler gelitten hatten, und boten sich als Beispiele an. Daran konnte man sich orientieren.Da ging es zu wie in einer anständigen Familie.Das gab's im Westen nicht. Wir hatten Adenauer, grauenhaft, mit all den Lügen, mit dem ganzen katholischen Mief. Die damals propagierte Gesellschaft war durch eine Art von Spießigkeit geprägt, die es nicht einmal bei den Nazis gegeben hatte. Die Nazis hatten auf oberflächliche Weise eine Art Volksgemeinschaft etabliert. Klassenunterschiede oder religiöser Dünkel durften da keine vorherrschende Rolle spielen. Anders als in der DDR haben wir in der Bundesrepublik unter dem Schlagwort "Bewältigung der Vergangenheit" jahrzehntelang Diskussionen geführt. Aber das Wort "Bewältigung" taugte nicht. Und es gab die Gegenkräfte, Franz Josef Strauß etwa, der sagte: "Genug Asche aufs Haupt!" und "Jetzt ist Schluß!", und immer wieder erscholl der Ruf nach Normalisierung - als wenn Normalität etwas besonders Erstrebenswertes wäre. Im Gegenteil: Vor Leuten, die sich "normal" nennen, habe ich Angst. Und sogar wenn ich im stillen dachte, jetzt ist das alles so lange her, hat uns unsere Vergangenheit doch immer wieder eingeholt. Wir haben gelernt, damit zu leben und uns dem zu stellen. Das sehe ich als eine Leistung an, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Schauen wir nur nach England oder Frankreich, von Holland und Belgien gar nicht zu reden: Die Zeit der Kolonialherrschaft und die damit verbundenen Verbrechen sind dort wie ausgespart. Wahrscheinlich ist - auch das wieder eine Ironie der Geschichte - so etwas wie eine totale Niederlage Voraussetzung für eine solche Leistung. Ich habe das einmal an anderer Stelle gesagt: Siegen macht dumm. Die Sieger denken, sie müßten sich nicht um die Sünden der Vergangenheit kümmern, aber auch die Sieger werden davon eingeholt. Die junge Generation stellt immer irgendwann Fragen.Und Sie haben die Fragen erst 1946 gestellt?Das war der Schock, der aber nicht sofort einsetzte. Es mußte erst Baldur von Schirach im Nürnberger Prozeß aussagen, bevor ich glaubte, daß die Verbrechen tatsächlich stattgefunden hatten. Deutsche tun so was nicht, habe ich gedacht und alles für Propaganda gehalten, dumm, wie ich war. Dann aber war es unabweislich, und das Ausmaß dieses Verbrechens scheint noch zu wachsen, je größer die zeitliche Distanz dazu ist. Es wird sogar immer unfaßlicher. Ebenso wie "Bewältigung der Vergangenheit" ein untaugliches Wort ist, kann auch jedes "Begreifen" nur eine Annäherung sein. Pogrome gab es immer, in Polen, Rußland, überall. Aber das von Deutschen organisierte Verbrechen, das planmäßige, ist einzigartig, ist einmalig.Wann haben Sie begonnen, sich für Politik zu interessieren?Es hat lange Zeit gedauert, bis ich zu einer politischen Einstellung gefunden habe, bis ich politische Machtverhältnisse und dergleichen auch nur halbwegs einzuschätzen verstand. Wie viele andere meiner Generation ging ich ja fast in einer Art von Verblödung aus der Nazizeit hervor. Wie ist es denn eigentlich zu erklären, daß wir bis zum Schluß noch an Endsieg und Wunderwaffen glaubten? Das ist doch aus heutiger Sicht nicht zu verstehen. Meine ersten politischen Erfahrungen habe ich ein Jahr nach Kriegsende als Arbeiter im Kalibergwerk gemacht. Im Buch beschreibe ich, wie unversöhnlich sich dort drei verschiedene Gruppierungen von Arbeitern gegenüberstanden: alte Nazis, Kommunisten und Sozialdemokraten. Unter Tage wurde heftig diskutiert und gestritten. Und am Ende standen oft Kommunisten und Nazis zusammen gegen Sozialdemokraten. So habe ich erlebt und später dann verstehen können, woran die Weimarer Republik zugrunde gegangen war: natürlich vor allem an den Nazis, aber auch daran, daß die Nazis und die Kommunisten gemeinsame Sache gemacht haben. Das war die Folge eines Komintern-Beschlusses aus Moskau, der nicht die Nazis, sondern die sogenannten "Sozialfaschisten", die Sozialdemokraten also, zum größten Feind erklärt hatte.Sind Sie damals im Kalibergwerk bereits zum Sozialdemokraten geworden?Ich habe mich zunächst viel mehr für Kunst interessiert. Politisiert worden bin ich wohl mehr während meiner Reisen durch Frankreich. Aus Frankreich schwappte ja auch der Streit zwischen Camus und Sartre zu uns herüber. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, was diese Auseinandersetzung für meine Generation bedeutet hat. Man war plötzlich zu einer Entscheidung gezwungen, wenn man neugierig war und für sich selbst entscheiden wollte: Wie lebe ich weiter? Welche Position nehme ich ein? Und da war die Entscheidung für Camus, was mich betrifft, doch eine sehr grundlegende Entscheidung. Ähnlich ging es mir später im sogenannten "Berliner Kunststreit" zwischen Karl Hofer und Will Grohmann, in dem Hofer die gegenständliche, vom Bild des Menschen bestimmte Malerei gegen die gegenstandslose, die "informelle Malerei" verteidigte. Das war, ich beschreibe es im Buch, weniger eine politische und mehr eine ästhetische Entscheidung. Aber natürlich hatte auch diese Debatte einen politischen Hintergrund.Wie weit ist das alles weg, wenn man fast achtzig ist?Das ist alles sehr nah. Wenn ich genau sagen sollte, welche Reise ich 1996 unternommen habe, müßte ich in irgendwelchen Notizbüchern nachsehen. Mit dem Alter jedoch wird die Kindheitsphase deutlicher. Der richtige Zeitpunkt, etwas Autobiographisches zu schreiben, hängt offenbar auch mit dem Alter zusammen.Haben Sie das Buch für Ihre Enkel geschrieben?Bewußt wie unterbewußt haben beim Schreiben sicher auch meine Kinder und Enkelkinder eine Rolle gespielt. Wie man etwas einer anderen Generation erzählt, diese Frage hat mich oft beschäftigt. Im "Tagebuch einer Schnecke" mußte ich ihnen erklären, warum ich in den Wahlkampf gehe, warum ich daran Anstoß nehme, daß ein ehemaliger Großnazi wie Kiesinger Kanzler ist. Damals stand ich vor der Schwierigkeit, wie erkläre ich meinen Kindern Auschwitz? Vor dieser Schwierigkeit stehen wir bis heute.In vielen Familien war das Schweigen über die Vergangenheit bedrückend. Hat man sich denn zumindest innerhalb Ihrer Generation über Kriegserlebnisse ausgetauscht?Doch, das schon. Kriegserlebnisse, das waren bei den meisten gleichwertige Erfahrungen: Es ging eigentlich nur ums Überleben. Die ersten Toten, die ich gesehen habe, waren keine Russen, sondern Deutsche. Sie hingen an den Bäumen, viele unter ihnen waren in meinem Alter. Das hatten sie dem "Mittelabschnitts-Schörner" zu verdanken. Als dieser berüchtigte und verhaßte General aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, kam er mit der Bahn an und ist dann ein paar Stationen vorher ausgestiegen, denn dort, wo er ankommen sollte, warteten haufenweise ehemalige Soldaten, die ihn gelyncht hätten.Spielte das Alter der Jugendlichen eigentlich eine Rolle? War ein Vierzehnjähriger den Nazis nicht schutzloser ausgeliefert als ein Achtzehn- oder Zwanzigjähriger?Gewiß, da konnte schon ein Altersunterschied von zwei Jahren große Bedeutung haben. Das habe ich oft von anderen gehört, die erst im Jungvolk, dann in der Hitlerjugend waren: Die schönste Zeit, so haben sie es in Erinnerung, das war beim Jungvolk. Mit der Hitlerjugend kam die Pubertät, und die ewigen Liederabende und all das wurde langweilig. Die Nazis haben viel abgekupfert von den Pfadfindern und von anderen Jugendverbänden. Die Zeltlager, die Kameradschaft und so weiter, das war für die Jugend ein attraktives Angebot. Im Vergleich zu den Zwängen, die in der Schule und im Elternhaus herrschten, schien es Jugendlichen beim Jungvolk freier zuzugehen.Und es ging gegen die Autorität der Eltern.Ja, es war antibürgerlich! Aber auch hier ist die Zufälligkeit des Geburtsjahrganges wichtig. Wer weiß, in was ich hineingeraten wäre, wenn ich drei oder vier Jahre älter gewesen wäre. Ich kam mir übrigens bei Kriegsende keineswegs befreit vor, ich war geschlagen. Vom Tag der Befreiung können nur jene sprechen, die wirklich unter dem System gelitten haben.Hatten Sie eine Vorstellung davon, welche Angst die Uniform der SS auslöst?Darauf hat mich erst der Obergefreite aufmerksam gemacht, mit dem ich unterwegs gewesen bin, nachdem unsere Einheit aufgerieben war. Unsere Division gab es nicht mehr, es war ein einziges Chaos und Durcheinander und ein Versuch aller, zu überleben. Mir half dabei dieser Mann vom wunderbaren Typ des deutschen Obergefreiten - der nicht Unteroffizier werden wollte, auf den man sich verlassen konnte, der alle Tricks kannte, dem Kameradschaft wichtig war. Er bestand darauf, daß ich die Uniform wechselte. Mir war nicht bewußt, in welcher Gefahr ich steckte. Daher auch später mein Unglaube angesichts der Bilder aus dem KZ: Das können Deutsche nicht gemacht haben, unmöglich! In der Gefangenschaft wurden wir zum ersten Mal mit diesen Verbrechen konfrontiert und sahen gleichzeitig, wie in den amerikanischen Kasernen die Weißen die in getrennten Baracken untergebrachten Schwarzen als "Nigger" beschimpften. Ich erwähne im Buch einen Burschen aus Virginia, ein netter Kerl, bißchen dumm, der sprach mit dem Truck-Fahrer, der Schwarzer war, kein Wort. Der Weiße benutzte mich mit meinem schütteren Englisch als Vermittler: "Tell this guy we are leaving now." Ich hatte ihm zu sagen, daß wir jetzt abfahren, der Weiße hat nie direkt mit dem Schwarzen gesprochen. Ich will nicht sagen, daß das ein Schock war, aber auf einmal war ich mit direktem Rassismus konfrontiert. Und dann dieser Wahnsinn in der Gefangenschaft, die Wahnsinnsgerüchte: Das dauert nicht mehr lange, dann werden wir wiederbewaffnet, es geht gegen die Russen, mit den Amis gemeinsam und jetzt besser ausgerüstet. Das ging auf den amerikanischen General Patton zurück.Das war auch noch bei den Nürnberger Prozessen so. Die Angeklagten haben immer gesagt, es wird schon nicht so schlimm werden, die brauchen uns ja noch.Das war ja nicht so ganz falsch, wenn man sich überlegt, daß fünf Jahre später die Vorbereitungen für die Wiederbewaffnung der Deutschen anfingen. Das Feindbild mußte nicht korrigiert werden, bis hin zu den schrecklichen Adenauer-Plakaten mit diesem Rotgardisten, der wie ein asiatisches Untier die Leute anstarrte. Damit konnte man Wahlkampf machen.Gehen wir noch einmal zurück ins Jahr 1945. Alles ist zerstört, ein Leben in Ungewißheit und Ruinen. Und da ist dieser junge Mann, der Sie einmal waren und der genau weiß, daß er Künstler werden will. Wie hat man sich das vorzustellen? Es gab nichts, keine Verlage, keine Galerien, keine Bühne, kein Publikum.Aber ich hatte das doch alles im Kopf. Es war ein Andrang von Figuren, von ungeformten Dingen. Gleichzeitig herrschte dieses Vakuum, das Nichtwissen. Man kann sich, glaube ich, heute den Hunger nach unbekannter Kunst nicht vorstellen, den ich spürte, als ich die ersten Ausstellungen von Nolde oder von Klee in Düsseldorf gesehen habe. Wie das auf mich gewirkt hat! Im Buch beschreibe ich den Schock, den ich noch während des Krieges erlebte, als ich zum ersten Mal Kunstwerke sah, die als entartet galten, die ich nie hätte sehen dürfen, wenn es nach den Nazis gegangen wäre, und die ich ohne meine Kunstlehrerin auch nicht gesehen hätte. Das war ein Schock und gleichzeitig eine große Faszination. Ein erster Hinweis darauf, daß es noch etwas anderes gibt, etwas jenseits dessen, was ich tagtäglich sah und hörte. Aber der Wunsch, Künstler zu werden, blieb lange ungenau, die Richtung fehlte. Unter einem Schriftsteller konnte ich mir damals wenig vorstellen, ich dachte mehr an bildende Kunst. Aber der Wunsch, der Drang war da.Aber konnten Sie sich angesichts der Ruinen ein normales Leben vorstellen? Alles wird wieder aufgebaut, und dann geht es schon weiter?Ob das wieder aufgebaut werden würde, wußte ich nicht. Wo ich hinkam, sah ich zerstörte Städte. Können Sie sich vorstellen, wie Hildesheim aussah? Oder Hannover? Was mich und andere in meiner Lage damals vor allem beschäftigt hat, das war die Frage, wo ich etwas für meine Essensmarken bekomme. Ich war begünstigt: Bevor ich mit neunzehn Jahren anfing zu rauchen, hatte ich meine Rauchermarken, für die man einiges eintauschen konnte. Dennoch: Es war ein Leben von einem Tag auf den anderen. Wenn ich heute sehe, wie schon ganz junge Leute mit der Sorge um ihre spätere Rente konfrontiert werden - ich wußte gar nicht, was Rente war.Aber dafür hatten Sie die Freiheit.Absolut und unbekümmert. Steuern habe ich erst gezahlt, als ich Schriftsteller war. Ich erinnere mich noch an meine erste Abrechnung und wie ich mich bei meinem Verleger Reifferscheid beklagte: "Das ist ja ganz schön, aber soviel Steuern muß ich zahlen?" Da hat er zu mir gesagt: "So, wie ich Sie einschätze, werden Sie zeit Ihres Lebens sehr viel verdienen, gewöhnen Sie sich an die Steuern. Und wenn ich Ihnen raten darf, nehmen Sie keinen Steuerberater, nehmen Sie einen Wirtschaftsprüfer, dann sparen Sie sich diese ekelhaften Steuerprüfungen."Karl Schiller, der Wirtschaftsminister, hat Sie bei den "Hundejahren" beraten und Paul Celan bei der Arbeit an der "Blechtrommel".Beraten wäre bei Celan zuviel gesagt. Aber er hat mir Mut gemacht. Ich habe ihm vorgelesen, und er fand das toll. Ein bißchen spielte wohl auch Eifersucht hinein, die hat er durchaus zugegeben, denn er hätte gerne selbst Prosa geschrieben. Nach ein, zwei Schnäpsen, wir tranken damals vor allem Bauerncalvados, konnte er sehr fröhlich sein und sang dann russische Revolutionslieder. Aber meistens war er ganz in die eigene Arbeit vertieft und im übrigen von seinen realen und auch übersteigerten Ängsten gefangen. Er hatte eine Vorstellung vom Dichter, die mir völlig fremd war, das ging bei ihm eher in Richtung Stefan George: feierlich, sehr feierlich. Wenn er seine Gedichte vortrug, hätte man Kerzen anzünden mögen.In Ihren Erinnerungen wird deutlich, wie viele Realitätspartikel aus Ihrem Leben den Weg in Ihre Bücher gefunden haben, bis hin zu Oskars Kokosfaserteppich, der eine Ihrer ersten Behausungen schmückte.Was sich da alles literarisch niedergeschlagen hat, ist mir erst wieder beim Schreibprozeß deutlich geworden. Man kann ein solches Erinnerungsbuch gar nicht schreiben, wenn man nicht die Neugier auf sich hat, wenn man nicht über sich und das Entstehen der eigenen Arbeiten mehr erfahren möchte. Nehmen wir nur die Situation, als ich den Einberufungsbefehl in der Tasche habe und nach Berlin komme. Da ist Fliegeralarm, und alle müssen in den Keller des Bahnhofs hinein. Und dort taucht zwischen all den Uniformierten und Verwundeten und Heimaturlaubsreisenden und allen anderen, die sich in den Keller geflüchtet hatten, auf einmal eine Gruppe von Liliputanern auf, in Kostümen, und weil sie mitten in der Vorstellung gewesen waren, haben sie ihr Programm gleich im Keller fortgesetzt. Das ist in die "Blechtrommel" eingegangen: Bebra und seine Liliputanergruppe.Mit einem anderen berühmten Künstler sind Sie in den Nachkriegsjahren auf der Bühne eines Düsseldorfer Jazzkellers zusammengetroffen: Louis Armstrong. Hat die Jam Session, die Sie im Buch beschreiben, Armstrong an der Trompete, Sie am Waschbrett, wirklich stattgefunden?Es gibt kein Foto davon, nichts, ich habe keine Beweise. Aber in meiner Erinnerung ist diese Episode bis ins Detail vorstellbar.Und wie steht es mit jenem jungen Freund und Knobelkumpan Joseph, mit dem Sie zusammen im Kriegsgefangenenlager waren? Man weiß ja, daß Ratzinger ebenso wie Sie im Lager Bad Aibling war. Aber war Ihr Freund Joseph, wie im Buch angedeutet wird, wirklich der heutige Papst Benedikt XVI.?Ich saß im Lager in Bad Aibling immer mit Gleichaltrigen zusammen. Da hockten wir Siebzehnjährigen, wenn es regnete, in einem Loch, das wir uns in den Boden gebuddelt hatten. Darüber hatten wir eine Regenplane gespannt. Es waren dort 100 000 Kriegsgefangene unter freiem Himmel versammelt. Und einer von denen hieß Joseph, war äußerst katholisch und gab auch gelegentlich lateinische Zitate von sich. Der wurde mein Freund und Knobelkumpan, denn ich hatte einen Würfelbecher ins Lager retten können. Wir haben uns die Zeit vertrieben, gewürfelt, geredet und Zukunftsspekulationen angestellt, wie Jugendliche das gerne tun. Ich wollte Künstler werden, und er wollte in die Kirche, dort Karriere machen. Ein bißchen verklemmt kam er mir vor, aber er war ein netter Kerl. Das ist doch eine hübsche Geschichte, oder?Sehr hübsch. Glauben Sie, daß Sie eine Reaktion aus dem Vatikan erhalten werden?Das weiß ich nicht. Falls ja, werde ich es Sie wissen lassen.Sie haben nie zuvor so ausführlich über Ihre Mutter gesprochen wie in Ihren Erinnerungen. Ist da eine Art Wiedergutmachung im Spiel?Es gibt einen ersten Anlauf in "Mein Jahrhundert", die letzte Geschichte des Bandes, in der meine Mutter nach meinem Willen ihren hundertunddritten Geburtstag feiert. Im neuen Buch spielt mein sehr enges Verhältnis zu ihr eine große Rolle. Ich hatte nie die Möglichkeit, ihr zu beweisen, daß es sich gelohnt hat, zu mir zu halten und an mich zu glauben, was sie immer getan hat. Außer einer Broschüre, die die Kunstakademie Ende der vierziger Jahre in Düsseldorf herausgegeben hat, diesem Jahrbuch, in dem eine Skulptur von mir abgebildet ist, hatte ich nichts vorzuweisen bis zu ihrem Tod. Und so etwas hängt nach.Sie sprechen - nicht nur mit Blick auf Ihre Mutter - sehr offen über Ihren Egoismus, den Egoismus des Künstlers.Ja, das Egozentrische. Ich weiß nicht, ob es Egoismus ist, es ist doch ein Unterschied zwischen Egoismus und diesem Zwang, von sich nicht absehen zu können. Diese Egozentrik ist in jungen Jahren besonders ausgeprägt.Bereuen Sie die Konsequenz, mit der Sie Ihrer Egozentrik gefolgt sind?Nein, das kann man nicht bereuen, das gehört dazu, war unvermeidbar, sonst hätte ich nicht Buch nach Buch so rücksichtslos - auch gegen mich selbst rücksichtslos - gestalten können.Das Gespräch führten Frank Schirrmacher und Hubert Spiegel.© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.

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Um das Interview, das Günter Grass am 12.08.2006 der FAZ gegeben hat, zu lesen, klicken Sie bitte unten auf „mehr“.Günter Grass erzählt von sich selbst. Vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Vom Knaben in Uniform, der so gern zur U-Boot-Flotte möchte und sich hungernd in einem Kriegsgefangenenlager wiederfindet. Von dem jungen Mann, der sich den Künsten verschreibt, den Frauen hingibt und in Paris an der "Blechtrommel" arbeitet. Günter Grass erzählt von der spannendsten Zeit eines Menschen: den Jahren, in denen eine Persönlichkeit entsteht, geformt wird, ihre einzigartige Gestalt annimmt.Zwischen den vielen Schichten der "Zwiebel Erinnerung" sind zahllose Erlebnisse verborgen. Grass legt sie frei, schreibt über den Arbeitsdienst-Kameraden, der niemals eine Waffe in die Hand nahm, schildert genüßlich einen Lager-Kochkurs, der mangels Lebensmittel abstrakt bliebt, und berichtet, wie der Kunststudent sein Geld in einer Jazzband verdiente. Zudem zeichnet er liebevolle Porträts von seiner Familie, von Freunden, Lehrern, Weggefährten.Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes Erinnerungsbuch, das immer wieder Brücken in die Gegenwart schlägt. Günter Grass fasst den jungen Menschen von damals nicht mit Samthandschuhen an, enthüllt seine Schwächen, legt den Finger auf manches Versagen und noch heute schmerzende Wunden. Dass er die eine oder andere Erinnerungslücke mit Hilfe seiner reichen Phantasie ausgemalt haben könnte, gesteht er offen ein.Günter Grass im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (vom 12.08.2006, Nr. 186, S. 33):Warum ich nach sechzig Jahren mein Schweigen brecheEine deutsche Jugend: Günter Grass spricht zum ersten Mal über sein Erinnerungsbuch und seine Mitgliedschaft in der Waffen-SSZum ersten Mal nach mehr als sechzig Jahren spricht Günter Grass über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Als Fünfzehnjähriger hatte er sich noch als Hitlerjunge freiwillig zu den U-Booten gemeldet, mit siebzehn wurde Grass einberufen und kam vom Arbeitsdienst zur Division "Frundsberg", die zur Waffen-SS gehörte. In seinem Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel", das im September erscheinen wird, beschreibt Grass seine Kindheit in Danzig, die letzten Kriegswochen als Soldat, in denen er nur mit knapper Not dem Tod entkam, die Kriegsgefangenschaft und die Wirren der ersten Nachkriegszeit. Der Wunsch, Künstler zu werden, wurde über diesen Erlebnissen noch stärker. Dem Weg vom Flüchtlingskind zum Autor der "Blechtrommel" ist der zweite Teil des Buches gewidmet. Er endet mit dem Aufenthalt von Günter Grass und seiner ersten Frau Anna in Paris Ende der fünfziger Jahre. Am 19. August, heute in einer Woche, werden wir in einer achtseitigen Sonderbeilage ausführliche Exklusivauszüge aus dem neuen Buch vorstellen. Die Beilage enthält außerdem zahlreiche Rötelzeichnungen von Grass sowie zum Teil bislang unbekannte Fotodokumente aus der Jugend des Schriftstellers. Günter Grass hat an der Gestaltung der Beilage mitgewirkt.F.A.Z.Ihre Erinnerungen tragen den Titel "Beim Häuten der Zwiebel". Was hat es mit der Zwiebel auf sich?Ich mußte eine Form für dieses Buch finden, das war das Schwierigste daran. Es ist ja eine Binsenwahrheit, daß unsere Erinnerungen, unsere Selbstbilder trügerisch sein können und es oft auch sind. Wir beschönigen, dramatisieren, lassen Erlebnisse zur Anekdote zusammenschnurren. Und all das, also auch das Fragwürdige, das alle literarischen Erinnerungen aufweisen, wollte ich schon in der Form durchscheinen und anklingen lassen. Deshalb die Zwiebel. Beim Enthäuten der Zwiebel, also beim Schreiben, wird Haut für Haut, Satz um Satz etwas deutlich und ablesbar, da wird Verschollenes wieder lebendig.Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Erinnerungen aufzuschreiben?Ich will nicht sagen, daß es eine schwere Geburt war, aber es brauchte doch eine gewisse Überwindung, bevor ich damit beginnen konnte, weil ich einige grundsätzliche Einwände gegen Autobiographien habe. Viele Autobiographien versuchen dem Leser weiszumachen, eine Sache sei so und nicht anders gewesen. Das wollte ich offener gestalten, deswegen war die Form für mich so wichtig.Ihr Buch geht zurück bis in die Kindheitsjahre. Aber es fängt nicht mit Ihrer frühesten Erinnerung an, sondern es beginnt, da sind Sie fast zwölf Jahre alt, mit dem Ausbruch des Krieges. Warum haben Sie genau diese Zäsur gewählt?Der Krieg, das ist der Dreh- und Angelpunkt. Er datiert den Anfang vom Ende meiner Kindheit, weil mit Kriegsbeginn zum ersten Mal Dinge von außen bis in die Familien hinein wirksam wurden. Mein Onkel, der bei der polnischen Post war, fehlte auf einmal, er besuchte uns nicht mehr, wir spielten nicht mehr mit seinen Kindern. Dann hieß es, man habe ihn standrechtlich erschossen. Die kaschubische Verwandtschaft meiner Mutter, die vorher bei uns ein und aus ging, war plötzlich nicht mehr gern gesehen. Erst in den späteren Kriegsjahren kam die Großtante wieder und brachte irgend etwas vom Bauernhof mit und holte bei uns Petroleum. Das bekam sie auf dem Land nicht, wegen der Knappheit. So ergab sich wieder familiärer Zusammenhalt. Aber zunächst einmal paßten sich meine Eltern opportunistisch den Gegebenheiten an. Über all das, was damals gewesen ist, wollte ich mir noch einmal Klarheit verschaffen, vor allem über bestimmte Dinge bei mir selbst. Was hat dich, was hat den Jungen, der du einmal warst, gehindert, die richtigen Fragen zu stellen? Du bist ja ein wacher Bursche gewesen, sogar aufsässig. Aber du hast keine Fragen gestellt, nicht die entscheidenden Fragen. Darum ging es mir. Und ich wollte meine Vergangenheit nicht einfach schildern und sagen, so war es, sondern ich wollte davon erzählen. Denn das ist meine Sache: erzählen.Sie suchen für Ihre Erinnerung und Ihr erzählerisches Temperament immer wieder den Stimulus von außen. Die Zwiebel oder Bernstein von Ihrer geliebten Ostseeküste helfen Ihnen auf die Sprünge. Gibt es kein Familienarchiv, aus dem Sie schöpfen konnten?Als Flüchtlingskind - ich bin mittlerweile fast achtzig und nenne mich immer noch Flüchtlingskind - hatte ich nichts. Ich weise im Buch darauf hin, daß Kollegen von mir, die am Bodensee oder in Nürnberg aufgewachsen sind, immer noch ihre Schulzeugnisse und alles mögliche aus ihrer Kindheit greifbar haben. Ich habe nichts mehr. Es ist alles weg. Einige wenige Fotos, die meine Mutter aufbewahren konnte, das war's. Ich bin also in einer benachteiligten Situation gewesen, die sich dann aber doch beim Erzählen als vorteilhaft erwies.Zu den verlorenen Schätzen Ihrer Kindheit gehört auch das Manuskript Ihres ersten Romans.Ja, das war ein historischer Roman, der im dreizehnten Jahrhundert spielte, in der Zeit des Interregnums, der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit. Da gab es Femegerichte, das Stauferreich ging unter, Tod und Teufel waren los. Aber ich konnte mit meinen fiktiven Figuren nicht haushalten, am Ende des ersten Kapitels waren sie alle tot. Da gab's kein Weiterschreiben. Aber daraus habe ich immerhin gelernt, später mit meinen Figuren ökonomischer umzugehen. Tulla Pokriefke und Oskar Matzerath haben ihre ersten Auftritte überlebt und konnten so in späteren Büchern wieder auftauchen.Sie haben wiederholt berichtet, daß erst Baldur von Schirachs Schuldbekenntnis in Nürnberg Sie davon überzeugen konnte, daß die Deutschen den Völkermord begangen haben. Aber jetzt sprechen Sie zum ersten Mal und völlig überraschend darüber, daß Sie Mitglied der Waffen-SS waren. Warum erst jetzt?Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich. Die Sache verlief damals so: Ich hatte mich freiwillig gemeldet, aber nicht zur Waffen-SS, sondern zu den U-Booten, was genauso verrückt war. Aber die nahmen niemanden mehr. Die Waffen-SS hingegen hat in diesen letzten Kriegsmonaten 1944/45 genommen, was sie kriegen konnte. Das galt für Rekruten, aber auch für Ältere, die oft von der Luftwaffe kamen, "Hermann-Göring-Spende" nannte man das. Je weniger Flugplätze noch intakt waren, desto mehr Bodenpersonal wurde in Heereseinheiten oder in Einheiten der Waffen-SS gesteckt. Bei der Marine war's genauso. Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zuerst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte.Was mit Ihnen geschah, haben Sie ja sicher erst festgestellt, als Sie bei Ihrer Einheit waren. Oder konnten Sie das schon am Einberufungsbefehl erkennen?An der Stelle wird's undeutlich, weil ich nicht sicher bin, wie es war: War es schon am Einberufungsbefehl zu erkennen, am Briefkopf, am Dienstgrad des Unterzeichners? Oder habe ich das erst gemerkt, als ich in Dresden ankam? Das weiß ich nicht mehr.Haben Sie damals mit Ihren Kameraden darüber gesprochen, was es bedeutet, in der Waffen-SS zu sein? War das ein Thema unter den jungen Männern, die sich da zusammengewürfelt fanden?In der Einheit war es so, wie ich es im Buch beschrieben habe: Schliff. Es gab nichts anderes. Da hieß es nur: Wie komme ich drum herum? Ich habe mir selbst die Gelbsucht beigebracht, das reichte aber nur für ein paar Wochen. Danach begann wieder die Hundsschleiferei und eine unzureichende Ausbildung mit veraltetem Gerät. - Jedenfalls mußte es geschrieben werden.Sie hätten es nicht schreiben müssen. Niemand konnte Sie dazu zwingen.Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat.Warum haben Sie sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet?Mir ging es zunächst vor allem darum rauszukommen. Aus der Enge, aus der Familie. Das wollte ich beenden, und deshalb habe ich mich freiwillig gemeldet. Auch das ist ja eine merkwürdige Sache: Ich habe mich gemeldet, mit fünfzehn wohl, und danach den Vorgang als Tatsache vergessen. So ging es vielen meines Jahrgangs: Wir waren im Arbeitsdienst, und auf einmal, ein Jahr später, lag der Einberufungsbefehl auf dem Tisch. Und dann stellte ich vielleicht erst in Dresden fest, es ist die Waffen- SS.Hatten Sie ein Schuldgefühl deswegen?Währenddessen? Nein. Später hat mich dieses Schuldgefühl als Schande belastet. Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht? Ich schildere ja zum Beispiel zu Anfang des Buches einen Mitschüler, der mehr wußte als wir anderen in der Klasse. Der hatte einen Vater, der sozialdemokratischer Abgeordneter im Senat war und später ins KZ kam. Ich kenne auch Fälle, wo sich dann die Kinder gegen ihre Eltern gestellt haben. Wenn die von ihrem bürgerlich-konservativen Standpunkt aus die Nazis kritisiert haben, konnte das gefährlich werden. Es war nicht leicht, einem jungen Menschen das damals klarzumachen. Man vergißt ja leicht, wie geschickt und modern die Hitlerjugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz "Jugend muß von Jugend geführt werden" war ungeheuer wirkungsvoll. Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele.Sie haben sich als einer der ersten Ihrer Generation über die eigene Verführbarkeit geäußert und waren immer sehr offen im Umgang mit der deutschen Geschichte. Dafür sind Sie oft gescholten worden.Ja, wir haben bis heute so viele Widerstandskämpfer, daß man sich wundert, wie Hitler an die Macht hat kommen können. Aber ich will noch einmal zurückkehren in die fünfziger Jahre, um Ihnen meinen Ansatz beim Schreiben der "Blechtrommel" zu erklären. Was zuvor, 1945, geschehen war, galt als Zusammenbruch, war nicht die bedingungslose Kapitulation. Verharmlosend hieß es: Es wurde dunkel in Deutschland. Es wurde so getan, als wäre das arme deutsche Volk von einer Horde schwarzer Gesellen verführt worden. Und das stimmte nicht. Ich habe als Kind miterlebt, wie alles am hellen Tag passierte. Und zwar mit Begeisterung und mit Zuspruch. Natürlich auch durch Verführung, auch das, ganz gewiß. Was die Jugend betrifft: Viele, viele waren begeistert dabei. Und dieser Begeisterung und ihren Ursachen wollte ich nachgehen, schon beim Schreiben der "Blechtrommel" und auch jetzt wieder, ein halbes Jahrhundert später, bei meinem neuen Buch.Haben Sie Widerstand beobachtet?Wirklichen Widerstand habe ich nur in einem Fall erlebt, das war beim Arbeitsdienst und wird im Buch ausführlich beschrieben. Seinen Namen weiß ich nicht mehr, und so nenne ich ihn heute "Wirtunsowasnicht", denn das war seine stehende Redewendung. Er gehörte keiner der herrschenden Ideologien an, war weder Nazi noch Kommunist oder Sozialist. Er gehörte zu den Zeugen Jehovas. Man konnte gar nicht genau sagen, wogegen er war. Jedenfalls faßte er kein Gewehr an. Er ließ es einfach fallen, immer wieder, gleich, welche Strafe ihm angedroht und vollzogen wurde. Und auch dieser ungewöhnliche Mensch hat mich nicht zum Umdenken bewegen können. Ich habe ihn gehaßt und bewundert. Gehaßt, weil wir seinetwegen noch mehr geschliffen wurden. Und bewundert habe ich seine unglaubliche Willensstärke und mich gefragt: Wie hält er das aus? Wie schafft er das bloß?Kann es sein, daß Sie in der Nachkriegszeit einfach den richtigen Zeitpunkt verpaßt haben, um Ihre SS-Zugehörigkeit zu thematisieren?Das weiß ich nicht. Es ist sicher so, daß ich glaubte, mit dem, was ich schreibend tat, genug getan zu haben. Ich habe ja meinen Lernprozeß durchgemacht und daraus meine Konsequenzen gezogen. Aber es blieb dieser restliche Makel. Es war deshalb immer klar für mich, daß dieser Rest seinen Platz finden müßte, wenn ich mich jemals dazu entschließen sollte, etwas Autobiographisches zu schreiben. Aber das ist nicht das dominierende Thema meines Buches.Konnten Sie diesen nachträglichen Schock, Teil einer verbrecherischen Organisation gewesen zu sein, in der "Blechtrommel" und in "Katz und Maus" verarbeiten?Das meinte ich, als ich einmal sagte, dieses Thema war mir ohnehin gestellt. Es fing mit der "Blechtrommel" an. So etwas kann man nicht wollen, das war keine freie Entscheidung, das war unumgänglich. Ich habe anfangs mit meinen verschiedenen Begabungen und Möglichkeiten zwar immer wieder versucht, drum herumzutanzen, aber die Stoffmasse des Themas war immer da, wartete sozusagen auf mich, und ich mußte mich dem stellen. Als ich meinen ehemaligen Mitschüler Wolfgang Heinrichs 1990 als gebrochenen Menschen wiedertraf, ich beschreibe diese Begegnung im Buch, wurde mir klar, wie sehr vom Zufall abhing, wo man bei Kriegsende landete. Ich wurde aus der Gefangenschaft in den Westen entlassen und befand mich auf freier Wildbahn. Ich mußte mir selbst etwas zusammenschustern mit all den Irrtümern und mit all den Umwegen, während Gleichaltrige meiner Generation, Christa Wolf etwa oder Erich Loest, im Osten des Landes sofort mit einer neuen und glaubhaften Ideologie versorgt waren. Da kamen auf einmal Widerstandskämpfer, die im spanischen Bürgerkrieg gewesen waren, die unter Hitler gelitten hatten, und boten sich als Beispiele an. Daran konnte man sich orientieren.Da ging es zu wie in einer anständigen Familie.Das gab's im Westen nicht. Wir hatten Adenauer, grauenhaft, mit all den Lügen, mit dem ganzen katholischen Mief. Die damals propagierte Gesellschaft war durch eine Art von Spießigkeit geprägt, die es nicht einmal bei den Nazis gegeben hatte. Die Nazis hatten auf oberflächliche Weise eine Art Volksgemeinschaft etabliert. Klassenunterschiede oder religiöser Dünkel durften da keine vorherrschende Rolle spielen. Anders als in der DDR haben wir in der Bundesrepublik unter dem Schlagwort "Bewältigung der Vergangenheit" jahrzehntelang Diskussionen geführt. Aber das Wort "Bewältigung" taugte nicht. Und es gab die Gegenkräfte, Franz Josef Strauß etwa, der sagte: "Genug Asche aufs Haupt!" und "Jetzt ist Schluß!", und immer wieder erscholl der Ruf nach Normalisierung - als wenn Normalität etwas besonders Erstrebenswertes wäre. Im Gegenteil: Vor Leuten, die sich "normal" nennen, habe ich Angst. Und sogar wenn ich im stillen dachte, jetzt ist das alles so lange her, hat uns unsere Vergangenheit doch immer wieder eingeholt. Wir haben gelernt, damit zu leben und uns dem zu stellen. Das sehe ich als eine Leistung an, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Schauen wir nur nach England oder Frankreich, von Holland und Belgien gar nicht zu reden: Die Zeit der Kolonialherrschaft und die damit verbundenen Verbrechen sind dort wie ausgespart. Wahrscheinlich ist - auch das wieder eine Ironie der Geschichte - so etwas wie eine totale Niederlage Voraussetzung für eine solche Leistung. Ich habe das einmal an anderer Stelle gesagt: Siegen macht dumm. Die Sieger denken, sie müßten sich nicht um die Sünden der Vergangenheit kümmern, aber auch die Sieger werden davon eingeholt. Die junge Generation stellt immer irgendwann Fragen.Und Sie haben die Fragen erst 1946 gestellt?Das war der Schock, der aber nicht sofort einsetzte. Es mußte erst Baldur von Schirach im Nürnberger Prozeß aussagen, bevor ich glaubte, daß die Verbrechen tatsächlich stattgefunden hatten. Deutsche tun so was nicht, habe ich gedacht und alles für Propaganda gehalten, dumm, wie ich war. Dann aber war es unabweislich, und das Ausmaß dieses Verbrechens scheint noch zu wachsen, je größer die zeitliche Distanz dazu ist. Es wird sogar immer unfaßlicher. Ebenso wie "Bewältigung der Vergangenheit" ein untaugliches Wort ist, kann auch jedes "Begreifen" nur eine Annäherung sein. Pogrome gab es immer, in Polen, Rußland, überall. Aber das von Deutschen organisierte Verbrechen, das planmäßige, ist einzigartig, ist einmalig.Wann haben Sie begonnen, sich für Politik zu interessieren?Es hat lange Zeit gedauert, bis ich zu einer politischen Einstellung gefunden habe, bis ich politische Machtverhältnisse und dergleichen auch nur halbwegs einzuschätzen verstand. Wie viele andere meiner Generation ging ich ja fast in einer Art von Verblödung aus der Nazizeit hervor. Wie ist es denn eigentlich zu erklären, daß wir bis zum Schluß noch an Endsieg und Wunderwaffen glaubten? Das ist doch aus heutiger Sicht nicht zu verstehen. Meine ersten politischen Erfahrungen habe ich ein Jahr nach Kriegsende als Arbeiter im Kalibergwerk gemacht. Im Buch beschreibe ich, wie unversöhnlich sich dort drei verschiedene Gruppierungen von Arbeitern gegenüberstanden: alte Nazis, Kommunisten und Sozialdemokraten. Unter Tage wurde heftig diskutiert und gestritten. Und am Ende standen oft Kommunisten und Nazis zusammen gegen Sozialdemokraten. So habe ich erlebt und später dann verstehen können, woran die Weimarer Republik zugrunde gegangen war: natürlich vor allem an den Nazis, aber auch daran, daß die Nazis und die Kommunisten gemeinsame Sache gemacht haben. Das war die Folge eines Komintern-Beschlusses aus Moskau, der nicht die Nazis, sondern die sogenannten "Sozialfaschisten", die Sozialdemokraten also, zum größten Feind erklärt hatte.Sind Sie damals im Kalibergwerk bereits zum Sozialdemokraten geworden?Ich habe mich zunächst viel mehr für Kunst interessiert. Politisiert worden bin ich wohl mehr während meiner Reisen durch Frankreich. Aus Frankreich schwappte ja auch der Streit zwischen Camus und Sartre zu uns herüber. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, was diese Auseinandersetzung für meine Generation bedeutet hat. Man war plötzlich zu einer Entscheidung gezwungen, wenn man neugierig war und für sich selbst entscheiden wollte: Wie lebe ich weiter? Welche Position nehme ich ein? Und da war die Entscheidung für Camus, was mich betrifft, doch eine sehr grundlegende Entscheidung. Ähnlich ging es mir später im sogenannten "Berliner Kunststreit" zwischen Karl Hofer und Will Grohmann, in dem Hofer die gegenständliche, vom Bild des Menschen bestimmte Malerei gegen die gegenstandslose, die "informelle Malerei" verteidigte. Das war, ich beschreibe es im Buch, weniger eine politische und mehr eine ästhetische Entscheidung. Aber natürlich hatte auch diese Debatte einen politischen Hintergrund.Wie weit ist das alles weg, wenn man fast achtzig ist?Das ist alles sehr nah. Wenn ich genau sagen sollte, welche Reise ich 1996 unternommen habe, müßte ich in irgendwelchen Notizbüchern nachsehen. Mit dem Alter jedoch wird die Kindheitsphase deutlicher. Der richtige Zeitpunkt, etwas Autobiographisches zu schreiben, hängt offenbar auch mit dem Alter zusammen.Haben Sie das Buch für Ihre Enkel geschrieben?Bewußt wie unterbewußt haben beim Schreiben sicher auch meine Kinder und Enkelkinder eine Rolle gespielt. Wie man etwas einer anderen Generation erzählt, diese Frage hat mich oft beschäftigt. Im "Tagebuch einer Schnecke" mußte ich ihnen erklären, warum ich in den Wahlkampf gehe, warum ich daran Anstoß nehme, daß ein ehemaliger Großnazi wie Kiesinger Kanzler ist. Damals stand ich vor der Schwierigkeit, wie erkläre ich meinen Kindern Auschwitz? Vor dieser Schwierigkeit stehen wir bis heute.In vielen Familien war das Schweigen über die Vergangenheit bedrückend. Hat man sich denn zumindest innerhalb Ihrer Generation über Kriegserlebnisse ausgetauscht?Doch, das schon. Kriegserlebnisse, das waren bei den meisten gleichwertige Erfahrungen: Es ging eigentlich nur ums Überleben. Die ersten Toten, die ich gesehen habe, waren keine Russen, sondern Deutsche. Sie hingen an den Bäumen, viele unter ihnen waren in meinem Alter. Das hatten sie dem "Mittelabschnitts-Schörner" zu verdanken. Als dieser berüchtigte und verhaßte General aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, kam er mit der Bahn an und ist dann ein paar Stationen vorher ausgestiegen, denn dort, wo er ankommen sollte, warteten haufenweise ehemalige Soldaten, die ihn gelyncht hätten.Spielte das Alter der Jugendlichen eigentlich eine Rolle? War ein Vierzehnjähriger den Nazis nicht schutzloser ausgeliefert als ein Achtzehn- oder Zwanzigjähriger?Gewiß, da konnte schon ein Altersunterschied von zwei Jahren große Bedeutung haben. Das habe ich oft von anderen gehört, die erst im Jungvolk, dann in der Hitlerjugend waren: Die schönste Zeit, so haben sie es in Erinnerung, das war beim Jungvolk. Mit der Hitlerjugend kam die Pubertät, und die ewigen Liederabende und all das wurde langweilig. Die Nazis haben viel abgekupfert von den Pfadfindern und von anderen Jugendverbänden. Die Zeltlager, die Kameradschaft und so weiter, das war für die Jugend ein attraktives Angebot. Im Vergleich zu den Zwängen, die in der Schule und im Elternhaus herrschten, schien es Jugendlichen beim Jungvolk freier zuzugehen.Und es ging gegen die Autorität der Eltern.Ja, es war antibürgerlich! Aber auch hier ist die Zufälligkeit des Geburtsjahrganges wichtig. Wer weiß, in was ich hineingeraten wäre, wenn ich drei oder vier Jahre älter gewesen wäre. Ich kam mir übrigens bei Kriegsende keineswegs befreit vor, ich war geschlagen. Vom Tag der Befreiung können nur jene sprechen, die wirklich unter dem System gelitten haben.Hatten Sie eine Vorstellung davon, welche Angst die Uniform der SS auslöst?Darauf hat mich erst der Obergefreite aufmerksam gemacht, mit dem ich unterwegs gewesen bin, nachdem unsere Einheit aufgerieben war. Unsere Division gab es nicht mehr, es war ein einziges Chaos und Durcheinander und ein Versuch aller, zu überleben. Mir half dabei dieser Mann vom wunderbaren Typ des deutschen Obergefreiten - der nicht Unteroffizier werden wollte, auf den man sich verlassen konnte, der alle Tricks kannte, dem Kameradschaft wichtig war. Er bestand darauf, daß ich die Uniform wechselte. Mir war nicht bewußt, in welcher Gefahr ich steckte. Daher auch später mein Unglaube angesichts der Bilder aus dem KZ: Das können Deutsche nicht gemacht haben, unmöglich! In der Gefangenschaft wurden wir zum ersten Mal mit diesen Verbrechen konfrontiert und sahen gleichzeitig, wie in den amerikanischen Kasernen die Weißen die in getrennten Baracken untergebrachten Schwarzen als "Nigger" beschimpften. Ich erwähne im Buch einen Burschen aus Virginia, ein netter Kerl, bißchen dumm, der sprach mit dem Truck-Fahrer, der Schwarzer war, kein Wort. Der Weiße benutzte mich mit meinem schütteren Englisch als Vermittler: "Tell this guy we are leaving now." Ich hatte ihm zu sagen, daß wir jetzt abfahren, der Weiße hat nie direkt mit dem Schwarzen gesprochen. Ich will nicht sagen, daß das ein Schock war, aber auf einmal war ich mit direktem Rassismus konfrontiert. Und dann dieser Wahnsinn in der Gefangenschaft, die Wahnsinnsgerüchte: Das dauert nicht mehr lange, dann werden wir wiederbewaffnet, es geht gegen die Russen, mit den Amis gemeinsam und jetzt besser ausgerüstet. Das ging auf den amerikanischen General Patton zurück.Das war auch noch bei den Nürnberger Prozessen so. Die Angeklagten haben immer gesagt, es wird schon nicht so schlimm werden, die brauchen uns ja noch.Das war ja nicht so ganz falsch, wenn man sich überlegt, daß fünf Jahre später die Vorbereitungen für die Wiederbewaffnung der Deutschen anfingen. Das Feindbild mußte nicht korrigiert werden, bis hin zu den schrecklichen Adenauer-Plakaten mit diesem Rotgardisten, der wie ein asiatisches Untier die Leute anstarrte. Damit konnte man Wahlkampf machen.Gehen wir noch einmal zurück ins Jahr 1945. Alles ist zerstört, ein Leben in Ungewißheit und Ruinen. Und da ist dieser junge Mann, der Sie einmal waren und der genau weiß, daß er Künstler werden will. Wie hat man sich das vorzustellen? Es gab nichts, keine Verlage, keine Galerien, keine Bühne, kein Publikum.Aber ich hatte das doch alles im Kopf. Es war ein Andrang von Figuren, von ungeformten Dingen. Gleichzeitig herrschte dieses Vakuum, das Nichtwissen. Man kann sich, glaube ich, heute den Hunger nach unbekannter Kunst nicht vorstellen, den ich spürte, als ich die ersten Ausstellungen von Nolde oder von Klee in Düsseldorf gesehen habe. Wie das auf mich gewirkt hat! Im Buch beschreibe ich den Schock, den ich noch während des Krieges erlebte, als ich zum ersten Mal Kunstwerke sah, die als entartet galten, die ich nie hätte sehen dürfen, wenn es nach den Nazis gegangen wäre, und die ich ohne meine Kunstlehrerin auch nicht gesehen hätte. Das war ein Schock und gleichzeitig eine große Faszination. Ein erster Hinweis darauf, daß es noch etwas anderes gibt, etwas jenseits dessen, was ich tagtäglich sah und hörte. Aber der Wunsch, Künstler zu werden, blieb lange ungenau, die Richtung fehlte. Unter einem Schriftsteller konnte ich mir damals wenig vorstellen, ich dachte mehr an bildende Kunst. Aber der Wunsch, der Drang war da.Aber konnten Sie sich angesichts der Ruinen ein normales Leben vorstellen? Alles wird wieder aufgebaut, und dann geht es schon weiter?Ob das wieder aufgebaut werden würde, wußte ich nicht. Wo ich hinkam, sah ich zerstörte Städte. Können Sie sich vorstellen, wie Hildesheim aussah? Oder Hannover? Was mich und andere in meiner Lage damals vor allem beschäftigt hat, das war die Frage, wo ich etwas für meine Essensmarken bekomme. Ich war begünstigt: Bevor ich mit neunzehn Jahren anfing zu rauchen, hatte ich meine Rauchermarken, für die man einiges eintauschen konnte. Dennoch: Es war ein Leben von einem Tag auf den anderen. Wenn ich heute sehe, wie schon ganz junge Leute mit der Sorge um ihre spätere Rente konfrontiert werden - ich wußte gar nicht, was Rente war.Aber dafür hatten Sie die Freiheit.Absolut und unbekümmert. Steuern habe ich erst gezahlt, als ich Schriftsteller war. Ich erinnere mich noch an meine erste Abrechnung und wie ich mich bei meinem Verleger Reifferscheid beklagte: "Das ist ja ganz schön, aber soviel Steuern muß ich zahlen?" Da hat er zu mir gesagt: "So, wie ich Sie einschätze, werden Sie zeit Ihres Lebens sehr viel verdienen, gewöhnen Sie sich an die Steuern. Und wenn ich Ihnen raten darf, nehmen Sie keinen Steuerberater, nehmen Sie einen Wirtschaftsprüfer, dann sparen Sie sich diese ekelhaften Steuerprüfungen."Karl Schiller, der Wirtschaftsminister, hat Sie bei den "Hundejahren" beraten und Paul Celan bei der Arbeit an der "Blechtrommel".Beraten wäre bei Celan zuviel gesagt. Aber er hat mir Mut gemacht. Ich habe ihm vorgelesen, und er fand das toll. Ein bißchen spielte wohl auch Eifersucht hinein, die hat er durchaus zugegeben, denn er hätte gerne selbst Prosa geschrieben. Nach ein, zwei Schnäpsen, wir tranken damals vor allem Bauerncalvados, konnte er sehr fröhlich sein und sang dann russische Revolutionslieder. Aber meistens war er ganz in die eigene Arbeit vertieft und im übrigen von seinen realen und auch übersteigerten Ängsten gefangen. Er hatte eine Vorstellung vom Dichter, die mir völlig fremd war, das ging bei ihm eher in Richtung Stefan George: feierlich, sehr feierlich. Wenn er seine Gedichte vortrug, hätte man Kerzen anzünden mögen.In Ihren Erinnerungen wird deutlich, wie viele Realitätspartikel aus Ihrem Leben den Weg in Ihre Bücher gefunden haben, bis hin zu Oskars Kokosfaserteppich, der eine Ihrer ersten Behausungen schmückte.Was sich da alles literarisch niedergeschlagen hat, ist mir erst wieder beim Schreibprozeß deutlich geworden. Man kann ein solches Erinnerungsbuch gar nicht schreiben, wenn man nicht die Neugier auf sich hat, wenn man nicht über sich und das Entstehen der eigenen Arbeiten mehr erfahren möchte. Nehmen wir nur die Situation, als ich den Einberufungsbefehl in der Tasche habe und nach Berlin komme. Da ist Fliegeralarm, und alle müssen in den Keller des Bahnhofs hinein. Und dort taucht zwischen all den Uniformierten und Verwundeten und Heimaturlaubsreisenden und allen anderen, die sich in den Keller geflüchtet hatten, auf einmal eine Gruppe von Liliputanern auf, in Kostümen, und weil sie mitten in der Vorstellung gewesen waren, haben sie ihr Programm gleich im Keller fortgesetzt. Das ist in die "Blechtrommel" eingegangen: Bebra und seine Liliputanergruppe.Mit einem anderen berühmten Künstler sind Sie in den Nachkriegsjahren auf der Bühne eines Düsseldorfer Jazzkellers zusammengetroffen: Louis Armstrong. Hat die Jam Session, die Sie im Buch beschreiben, Armstrong an der Trompete, Sie am Waschbrett, wirklich stattgefunden?Es gibt kein Foto davon, nichts, ich habe keine Beweise. Aber in meiner Erinnerung ist diese Episode bis ins Detail vorstellbar.Und wie steht es mit jenem jungen Freund und Knobelkumpan Joseph, mit dem Sie zusammen im Kriegsgefangenenlager waren? Man weiß ja, daß Ratzinger ebenso wie Sie im Lager Bad Aibling war. Aber war Ihr Freund Joseph, wie im Buch angedeutet wird, wirklich der heutige Papst Benedikt XVI.?Ich saß im Lager in Bad Aibling immer mit Gleichaltrigen zusammen. Da hockten wir Siebzehnjährigen, wenn es regnete, in einem Loch, das wir uns in den Boden gebuddelt hatten. Darüber hatten wir eine Regenplane gespannt. Es waren dort 100 000 Kriegsgefangene unter freiem Himmel versammelt. Und einer von denen hieß Joseph, war äußerst katholisch und gab auch gelegentlich lateinische Zitate von sich. Der wurde mein Freund und Knobelkumpan, denn ich hatte einen Würfelbecher ins Lager retten können. Wir haben uns die Zeit vertrieben, gewürfelt, geredet und Zukunftsspekulationen angestellt, wie Jugendliche das gerne tun. Ich wollte Künstler werden, und er wollte in die Kirche, dort Karriere machen. Ein bißchen verklemmt kam er mir vor, aber er war ein netter Kerl. Das ist doch eine hübsche Geschichte, oder?Sehr hübsch. Glauben Sie, daß Sie eine Reaktion aus dem Vatikan erhalten werden?Das weiß ich nicht. Falls ja, werde ich es Sie wissen lassen.Sie haben nie zuvor so ausführlich über Ihre Mutter gesprochen wie in Ihren Erinnerungen. Ist da eine Art Wiedergutmachung im Spiel?Es gibt einen ersten Anlauf in "Mein Jahrhundert", die letzte Geschichte des Bandes, in der meine Mutter nach meinem Willen ihren hundertunddritten Geburtstag feiert. Im neuen Buch spielt mein sehr enges Verhältnis zu ihr eine große Rolle. Ich hatte nie die Möglichkeit, ihr zu beweisen, daß es sich gelohnt hat, zu mir zu halten und an mich zu glauben, was sie immer getan hat. Außer einer Broschüre, die die Kunstakademie Ende der vierziger Jahre in Düsseldorf herausgegeben hat, diesem Jahrbuch, in dem eine Skulptur von mir abgebildet ist, hatte ich nichts vorzuweisen bis zu ihrem Tod. Und so etwas hängt nach.Sie sprechen - nicht nur mit Blick auf Ihre Mutter - sehr offen über Ihren Egoismus, den Egoismus des Künstlers.Ja, das Egozentrische. Ich weiß nicht, ob es Egoismus ist, es ist doch ein Unterschied zwischen Egoismus und diesem Zwang, von sich nicht absehen zu können. Diese Egozentrik ist in jungen Jahren besonders ausgeprägt.Bereuen Sie die Konsequenz, mit der Sie Ihrer Egozentrik gefolgt sind?Nein, das kann man nicht bereuen, das gehört dazu, war unvermeidbar, sonst hätte ich nicht Buch nach Buch so rücksichtslos - auch gegen mich selbst rücksichtslos - gestalten können.Das Gespräch führten Frank Schirrmacher und Hubert Spiegel.© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.

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Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien, Note: 1,0, Universität Siegen, Sprache: Deutsch, Abstract: Es war, vor allem in Deutschland, eigentlich lange Zeit ein Tabu: Die Einbindung von Adolf Hitler in einen unterhaltenden Kontext. Eigentlich! Denn wo TV-Sendungen wie "Die Harald Schmidt Show", "Switch" oder Filme wie "Der Wixxer" und "Mein Führer" in gewisser Weise als "Eisbrecher" fungiert haben, gehen einige YouTube-Nutzer noch eine Stufe weiter. Sie parodieren nicht nur bestimmte historische Szenen mit dem realen Adolf Hitler, legen ihm bspw. Worte in den Mund, lassen ihn so aktuelle Ereignisse kommentieren, sondern parodieren unter Einbeziehung (realer und fiktiver Szenen) der Figur "Adolf Hitler" aktuelle Trends wie den "Harlem Shake", "Gangnam Style" oder nutzen ihn als eine Art provokante "Werbefigur" . Die Frage ist: Darf man das? Soll man das? Muss man das?Gibt man nämlich "Adolf Hitler" in die YouTube-Suchleiste ein, sortiert alle Ergebnisse nach der Anzahl ihrer Aufrufe, überrascht es auf den ersten Blick, welche Videos am häufigsten angeklickt wurden. Wer mit authentischen Originalaufnahmen gerechnet oder seriöse Dokumentationen erwartet hat, muss umdenken, denn 18 der 20 meistaufgerufenen YouTube-Videos unter dem Stichpunk "Adolf Hitler" sind humorig intendierte Imitationen, Parodien, Persiflagen und Remixe rund um den Mann, der als hauptverantwortlich für das grausamste Verbrechen des letzten Jahrhunderts bezeichnet werden muss . Die Liste reicht von der "Epic Rap Battles of History"-Serie, bei der prominente (reale und fiktive) Persönlichkeiten aus der Weltgeschichte, verkörpert von zwei Schauspielern, in einem szenetypischen Rap-Battle gegeneinander antreten, bei der Hitler auf Darth Vader trifft , über einen, mit einer Playstation simulierten Wrestlingkampf, bei dem es Adolf Hitler mit Jesus zu tun bekommt , bis hin zu einer eigenen Hitler-Version anderer populäre Internet-Memes, wie dem "Gangnam Style" .Ist Adolf Hitler also zu einem Internet-Meme geworden? Hat sich der Schrecken, der dem kleinen Mann, mit dem noch kleineren Schnurrbart anhaftet in bloßen Klamauk gewandelt? Ist ein Prozess der Verharmlosung in vollem Gange (bzw. vielleicht sogar schon wieder beendet?), bei dem mit Hilfe einer neuen Internetkultur die düstere Zeit in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts, auf die heute hervorstechende Lächerlichkeit einer Person reduziert wird?

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Aus der Einleitung von Stephen Mace: Ich werde zuweilen gefragt, warum ich kaum noch etwas über magicksche Praxis schreibe. Nicht dass ich das nicht wollen würde, so etwas ist mit Sicherheit leichter zu schreiben als dieses Zeug hier, über die apokalyptische Wende. Mein Problem dabei ist, dass ich das, was für mich effektiv ist, im wesentlichen ausgearbeitet und veröffentlicht habe und es auch weiterhin anwende, aber wenig hinzu zu fügen habe. Und ich finde frischen Stoff über die apokalyptische Wende interessanter, als okkulte Techniken wieder und wieder aufzuwärmen. Ich habe Kraftorte, die ich besuche, Elementale an physikalischen Orten, die ich beschwöre, und Gewohnheiten und Neigungen, die immer wieder Kontrolle und Aufmerksamkeit erfordern, aber ich halte es nicht für notwendig, meine Ergebnisse in diesen Bereichen zu veröffentlichen. Vor allem da ich sicher bin, dass meine Leser selbst eine Menge Ergebnisse haben, vorausgesetzt, sie machen diese Arbeiten.Ab und an gibt es jedoch neue signifikante Ereignisse. Keins davon scheint komplex genug, um allein einen Essay zu rechtfertigen - vielleicht einen oder zwei Abschnitte, aber keinen Essay - aber es sind dennoch Grundlagen für sichere und effektive Praktiken. Und es gibt Veröffentlichungen, die immer wieder überarbeitet werden müssen. Also habe ich diese Einleitung geschrieben, wobei ich die Reihenfolge beibehalten habe, in der die Elemente auftauchten und nachträgliche Gedanken dort eingefügt habe, wo sie zu passen schienen. Insgesamt ergibt es ein rundes Ganzes, vielleicht weil all diese Dinge, die mit magickscher Kraft zu tun haben, miteinander zusammen hängen und eine multidimensionale Verbindung haben. Wie ich schon sagte: Es ist leichter.Um mit dem Anfang zu beginnen, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um die Notwendigkeit des Bannens und Zentrierens vor jeder Art der okkulten Arbeit zu betonen. Das Bannen ist natürlich ein Ritual, das die Psyche reinigen und die Aura stärken soll, um Schutz vor psychischen Strömen von außen zu bieten. Das Zentrieren ist eine imaginäre Affirmation der mittleren Säule, wie ihre subtilen Ströme und Elemente (Kundalini, Chakren usw.) als Verbindung zwischen dem Höchsten und Niedrigsten dienen und sie (und damit der Magier) im wesentlichen eine Art Leitung zwischen diesen Extremen darstellt.Zum Bannen verwende ich immer noch die drei glühenden Ringe und die sich ausdehnende Feuersäule, die ich in "Stealing the Fire from Heaven"Pastinaken"Als Zauberer erzählt man mir hin und wieder, daß es für meine Aktivitäten als Zauberer keine wissenschaftlichen Beweise gibt und diese somit nur - je nach dem guten Willen meines Gesprächspartners - Aberglaube oder Betrug sein können.Meine Antwort ist einfach, daß die wissenschaftliche Methode nicht geeignet ist, diese Frage zu entscheiden. Zauberei ist eine psychische Technik, der Geist kann nicht vermessen und die persönlichen Motive nicht wiederholt werden.Die einzige Möglichkeit, die Wahrheit über Magie zu erfahren, besteht darin, mit magischen Techniken so vertraut zu werden, daß er oder sie Kraft als greifbare Substanz hinter aller Immagination spürt. Bleiben Zweifel an dieser Kraft wird der Betroffene aufgeben, diese jemals zu spüren, und somit den Schluß ziehen, daß sie nicht existiert. Als jemand der fest zum ersten Lager gehört, widme ich dieses Buch meinen Mitstreitern und all jenen, die noch unentschlossen sind."World Corporate Order") beherrscht das Angesicht der Erde absolut.Die volle Macht von Pax Americana steht bereit, um die Grundlagen seiner kommerziellen Gewohnheiten zu verteidigen. Der verführerische Glanz der Medientotalität arbeitet unentwegt daran, uns zu überzeugen, dass diese Gewohnheiten die Weise sind, in der die Dinge sein können und dass die Wirklichkeit, die sie bedingen die einzige sei, die eine normale Person überhaupt wahrnehmen kann. Unbestrittener Sieger in den unlängst abgeschlossenen "Kriegen zwischen kämpfenden Staaten" ( Ein fester, von Spengler selbst in dieser Form verwendeter Ausdruck). Und hinreichend selbstbewusst anzuerkennen, dass das Geschäft von Amerika tatsächlich Geschäft ist, hat die US-Regierung ihren besiegten Feinden keine schweren Bürden und so ihren Freunden und Verbündeten auch keine lästigen Pflichten auferlegt. Ihre einzige Forderung war, die Möglichkeit einzuräumen, Geschäfte zu machen, die Assimilierung der angelsächsischen kommerziellen Praxis, der Körperschaftsstruktur und der Werte des freien Handels, frei konvertierbarer Währung und unbeschränkter Kapitalbewegung. Auch wurde diese Art Geschäfte zu machen nicht verlangt, sondern nur darauf bestanden, dass sie zugelassen sein muss. Natürlich zwingt sie, insofern sie die materiell effektivste ist nichtsdestoweniger die Staaten oder Personen, die mit ihr konkurrieren könnten, ganz entschieden, ihre Form anzunehmen. Wenn diese Form erst einmal angenommen ist, kann keine Regierung - ob durch Tyrannen oder Splittergruppen - aufsässig werden, sondern wird dem transnationalen Markt untergeordnet sein - fleischlos, völlig abstrakter Statthalter der ganzen Sache in bester Darwinscher Tradition. Das Kapital wartet, ein verdächtigerweise unverschlossener Juwelenladen, ein voller Früchte hängender Baum, von Treibsand umspült. Mit der Zeit infiltriert das Kapital, und dann absorbiert es, und durch seine Verdauung wird alles, das durchgeschleust wird, zu nicht-menschlichen Einheiten an Wert und Schuld, die immer (durch eine kleine Kommission) mit allen anderen Einheiten von Wert und Schuld frei verrechenbar sein müssen, mit den verschiedenen Arten an Bargeld, obschon sogar diese Metalle noch eine Aura der Münzprägung bewahren (Traum vergessenen Blutes, vielleicht zu erwecken). Doch muss alles berechenbar sein, als sei es äquivalent, und die Verhältnisse untereinander stehen unter der ständigen Regelung der blinden Hand des Marktes, dem höchsten Richter allen kommerziellen Umtriebes. Die Akzeptanz dieser Dynamik als Weg Aller Dinge ist der Eintrittspreis in die Vereinigte Weltordnung, der sichersten Straße zum Wohlstand im neuen Jahrtausend. Wenn irgendein Unternehmen, eine Institution oder Individuum erst einmal darin integriert ist, entsteht eine völlig andere Verknüpfung von Aktion - Reaktion, die mit diesem planetenumspannenden Gehirn verdrahtet ist. Jeder wird zu einem Neutron in einem überdimensionalen, millionenfach verknüpften Netzwerk, dessen Handeln in der allgegenwärtigen Dialektik von Angebot und Nachfrage, Angst und Gier, Hoffnung und Bedürfnis besteht, und jeder Impuls wird mit Lichtgeschwindigkeit digitalisiert und verarbeitet - hin zur kollektiven Bekundung als schimmernde Fluktuationen in dem erdumspannenden Kraftfeld, das Geld ist. Alle sind willkommen, sich selbst in dieser entseelenden Umarmung aufzugeben und ermutigt, anderen Fülle unabhängig von Rasse, Glauben oder Ursprungsland und hin zum Ausschluss all dessen teilzuhaben, da das Kapital nichts davon anerkennt. Um tatsächlich in intime Verbindung mit dem Kapital eintreten zu können, muss man in einem Zustand leben - sowohl geistig als auch politisch -, dessen Grenzen gegenüber seinen Bewegungen durchlässig und daher zugänglich für Umformungen gemäß seinen Bedingungen sind. Der vorrangige Imperativ ist Wertmaximierung als Kapital, insofern gesagt werden kann, dass dies das einzige ist, was alle "Inhaber" - aufs Ganze gesehen - tatsächlich wollen. Das Erlangen dieser intimen Verbindung verknüpft einen - zum Preis des sicheren Verlustes jedweder Art besonderen Schicksals - mit der Quelle allen Wohlstandes und aller Kraft. Schicksal ist die einzige Währung, die der Markt nicht tauschen kann. Die Vereinigte Weltordnung macht Schicksal zu Blei.Danilevsky und SpenglerDas erste, was diejenigen brauchen, die sich der Vereinigten Weltordnung entgegenstellen wollen ist eine Strategie, um diese Opposition im Sinne einer harmonischen Verbindung von persönlichem Überleben und revolutionärer Effektivität zu betreiben.Aber dafür muss das Problem aus der weitest möglichen Perspektive betrachtet werden. Viele Esoteriker aller Glaubensrichtungen, Arbeitsvoraussetzungen und Techniken haben festgestellt, dass dieses Babylon fallen muss, und es scheint so, als ob sich dies einer Art Endpunkt, Krisenpunkt oder Transfirmationspunkt nähern würde.Einfach weil es so schnell wächst, muss es bald in sich kollabieren oder sich selbst ins Weltall schießen. Man kann nicht vorhersagen, was genau passieren wird, aber anscheinend wird das eine oder andere eintreffen. Natürlich ist bislang der Niedergang für jede Kultur die Regel gewesen, und insofern ist es einfach anzunehmen, dass zu gegebener Zeit eine ähnliche Art von Kollaps das System, so wie es heute besteht, ereilen wird. Andererseits ist es möglich, dass die industrielle Revolution etwas verändert hat, indem sie eine Zivilisation erschaffen hat, der der Impuls innewohnt, die üblichen Muster von Aufstieg und Fall zu transzendieren. Aber auch wenn wir die Industrialisierung als rein charakteristisches Merkmal westlicher Kultur betrachten wollten, wäre sie aus keinem Grunde unsterblicher als andere. Rom fiel. Babylon und Ägypten sind unter dem Sand begraben. Und jedes dieser hatte ebenfalls einen speziellen Anspruch auf Einzigartigkeit, der sie am Ende nicht retten konnte.Vielleicht hat die Industrialisierung den Westen gerade empfänglicher dafür gemacht zu kollabieren, gerade so, wie Benutzer von Methamphetaminen nicht eben für ihre Langlebigkeit bekannt sind. So möchte ich ganz im Sinne dieses Essays unterstellen, dass das, was hochgeht, auch herunterkommen muss. Um die historischen Verzweigungen dieses Postulates zu erkunden, werde ich auf sehr verschiedene zyklische Modelle kultureller Evolution zurückzugreifen haben - Modelle, welche (wenn sie auf die Situation des Westens angewandt werden) im Allgemeinen als "pessimistisch" bezeichnet werden, einfach weil ganz klar ist, dass wir uns gerade jetzt einer Art Apogäum nähern.Zyklische historische Modelle waren der Alten Welt geläufig, aber im nachaufklärerischen Westen stechen zwei Theoretiker hervor, die sie vertraten: der Russe Nikolai Danilevsky (1822 - 1885) und der Deutsche Oswald Spengler (1880 - 1936). Keiner dieser Männer war von Beruf akademischer Historiker, sondern wonach sie strebten war, in der Geschichte pragmatische Strategien und Werkzeuge zu entdecken, die zur Beförderung spezifischer politischer Ziele benutzt werden können. Obschon es der politischen Überzeugung Danilevskys und Spenglers entsprach, durch die Zeit zweier Weltkriege und dem einen Kalten, der folgte, Opposition zu bilden, entwickelten beide Männer ein bemerkenswert ähnliches Verständnis der Art und Weise, wie Kulturen geboren werden und sterben. Nikolai Danilevsky war als Botaniker ausgebildet und machte Karriere im zaristischen Staatsdienst, wo er schließlich Kommissar für Fischereiwesen wurde. Er schrieb ausführlich über verschiedene historische und ökumenische Themen, aber das Buch, auf das es uns ankommt, ist Russland und Europa, das zuerst 1869 in der Zeitschrift Zara veröffentlicht wurde. Im Ganzen ist es eine groß angelegt Analyse der kulturellen Evolution, geschrieben, um die Frage zu beantworten, warum Europa Russland hasst und sich so entschieden allen Versuchen Russlands entgegenstellt, irgendeine Art panslawischer Union zu errichten. Oswald Spengler absolvierte seine Universitätsausbildung ebenfalls in den Naturwissenschaften, obschon er ein starkes Interesse an den Klassikern hatte und seine Doktorarbeit über Heraklit schrieb. Nach der Graduierung begann er eine Laufbahn als Lehrer eines Realgymnasiums, während der er sowohl unter Schülern als auch unter Kollegen Hochachtung genoss, aber 1911 legte er sein Lehramt nieder, um seine Suche als Privatgelehrter fort zu setzen. Der erste Band wurde im Juli 1918 veröffentlicht, einen Monat vor dem Zusammenbruch der deutschen Armee an der Westfront - ein bedeutungsvolles Vorzeichen sowohl hinsichtlich der Absicht als auch des Titels seines großen Werkes. Der Untergang des Abendlandes ist eine groß angelegte Analyse der kulturellen Evolution, die versucht, einen so gut wie unausgesprochenen Zweck zu erfüllen (was bis zum Ende des zweiten Bandes, 1922 veröffentlicht, nicht spezifiziert wird): Der Sieg der preußischen Werte organischer Kultur, welche letztlich zu den Pflichten des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft führen über die halsabschneiderische Kultur der Anglo-Amerikaner, die bezogen ist auf den Erfolg des Einzelnen im ökumenischen Wettbewerb. Spengler sah den Ersten Weltkrieg als die erste Szene des letzten Aktes dieses Kampfes. Er versuchte, das deutsche Volk in letzterem zu ermutigen - mit kurzem Rückbezug auf alte Tugenden, mit deren Hilfe es im kommenden Endkonflikt siegen und diese Rolle einnehmen könnte statt in den Jahrhunderten zunehmend korrupter Herrschaft, die unausweichlich folgen müsste, zu dienen. Trotz ihrer gegensätzlichen politischen Ziele stellten beide, Danilevsky wie auch Spengler, sehr ähnliche Modelle sowohl darüber auf, wozu Kulturen im Allgemeinen tendieren als auch darüber, was der westlichen Kultur bevorsteht. Beide Männer betrachteten Kulturen als multinationale soziale Organismen mit Lebensspannen von ungefähr eintausend Jahren, doch nichtsdestoweniger sterblich, wobei jede einem charakteristischen Lebenszyklus folgt, der ihre Verhaltensweisen zu einem gegebenen Zeitpunkt mehr oder weniger vorhersagbar macht. Und beide Theoretiker stimmen darin überein, dass das Abendland im Moment in seine Phase der letzten Reife eintritt und nur die Verhärtung eines langen Alterns vor sich hat. Für Danilevsky war das der Grund, weshalb Europa das junge Russland unterdrückte und daran arbeitete, alle Tendenzen hin zu einem panslawischen Zusammenschluss zu vereiteln, wobei Europa eine intuitive Gewissheit darüber habe, dass dann, wenn die Slawen eine kritische Masse erreichten, sie eine andere neue Kultur hervorbringen würden, die den altersschwachen Westen überwältigen könnte. Für Spengler war das der Grund für den totalen Krieg, der stattfand und womit das Abendland in die Phase eintrat, in der die Nationen jeglicher Kultur eine gegen die andere kämpfen, bis der Stärkste die Vorherrschaft erringt. Ironischerweise gingen die politischen Programme, die sowohl von Danilevsky als auch von Spengler entworfen wurden, völlig daneben. Siebzig Jahre kommunistischer Unterdrückung und das nachfolgende Chaos hat das westliche und südliche Slawentum in die Arme Europas getrieben und den Osten wirtschaftlich lahmgelegt. Und obschon Deutschland in der Lage war, genug von der alten Disziplin heraufzubeschwören, um seine Nachbarn im Schlussakt der "Kriege zwischen kämpfenden Staaten" zu entsetzen, so tat es dies doch unter Aufgabe seiner selbst und wurde zum charismatischen Irren, welcher seine Kraft aus der Dualität von Hass und Hass gegen alles bezog, was soweit ging, dass jede Sicherheitsstrategie aufgegeben und der politische und militärische Sieg verworfen sowie das Überleben der Nation ignoriert wurde, um sie zu befriedigen. Und Spenglers historisches Modell verfolgt seine Spur weiterhin. Pax Americana hat die Herrschaftsrolle übernommen, die Spenglers Modell dem Sieger vorbehält, obgleich die auferlegte Hand leicht ist, insofern es der Markt ist, der die tatsächliche Kontrolle ausübt - mehr Zuckerbrot als Peitsche, politische Macht, die aus einem Butterfass erwächst. Und der einzige Preis, um darin eintauchen zu können ist alles, was du tatsächlich bist. Jedenfalls ist es dies auf absehbare Zukunft hin. Die westliche Zivilisation ist zur endlosen Fortsetzung der gegenwärtigen Verhältnisse verdammt, wennschon unter zunehmender Gemeinheit all ihrer Züge - Verkehr, Regierung, Lebensqualität, die Künste. Gerade daher wird sie durch irgendeine Art menschlicher Gewalt nicht zu verwunden sein - weder durch asiatische oder afrikanische Invasion noch durch Rebellion von innen -, solange nicht noch einige Jahrhunderte mehr vergangen sind. Ebenso hat Pax Americana eine gewisse unbeabsichtigte Fruchtbarkeit entwickelt. Wozu man anmerken muss, dass die Stagnation dem Keimen des Neuen ein weites Feld eröffnet. Ein Verständnis der Dynamiken, die ein solches Aufkeimen hervorbringen und unterstützen, könnte uns helfen, diesen Umstand auszunutzen und uns der Einlösung unserer Vorhaben näher zu bringen.Fortsetzung in der nächsten AusgabeVon Stephen Mace sind im Bohmeier Verlag u.a. erschienen: "Dem Himmel das Feuer stehlen", "Die virtuelle Mechanik der Zauberei", Zielgerichtete Kraft"Als Zauberer erzählt man mir hin und wieder, daß es für meine Aktivitäten als Zauberer keine wissenschaftlichen Beweise gibt und diese somit nur - je nach dem guten Willen meines Gesprächspartners - Aberglaube oder Betrug sein können.Meine Antwort ist einfach, daß die wissenschaftliche Methode nicht geeignet ist, diese Frage zu entscheiden. Zauberei ist eine psychische Technik, der Geist kann nicht vermessen und die persönlichen Motive nicht wiederholt werden.Die einzige Möglichkeit, die Wahrheit über Magie zu erfahren, besteht darin, mit magischen Techniken so vertraut zu werden, daß er oder sie Kraft als greifbare Substanz hinter aller Immagination spürt. Bleiben Zweifel an dieser Kraft wird der Betroffene aufgeben, diese jemals zu spüren, und somit den Schluß ziehen, daß sie nicht existiert. Als jemand der fest zum ersten Lager gehört, widme ich dieses Buch meinen Mitstreitern und all jenen, die noch unentschlossen sind." beschrieben habe, aber ich habe ein Wort der Kraft hinzugenommen, um dem Feuer mehr Durchschlagskraft zu geben, eines mit dem man zur Not oder wenn es schnell gehen soll, ohne ringe und Feuer bannen kann. Bitte deinen Heiligen Schutzengel um ein persönliches Wort! Zum Zentrieren rezitiere ich einfach die Namen der entsprechenden subtilen Alemente, während ich sie visualisiere. Mit etwas Übung sollte das Bannen und Zentrieren nacheinander in der Imagination ausgeführt nicht länger als fünfzehn bis dreißig Sekunden dauern.Die Notwendigkeit des Bannens ist so offensichtlich wie die Notwendigkeit einen Arbeitsplatz aufzuräumen, bevor man ein neues Projekt beginnt, während das Zentrieren ein etwas subtilerer Vorgang ist. Um Archimedes zu zitieren, beschaffe dir einen Hebel, der lang genug ist, und einen festen Standort und du kannst die Welt aus den Angeln heben. Der Hebel ist dein Wille, seine Länge und Stärke korrespondiert mit solchen Dingen wie Entschlossenheit, persönliche Macht und geistige Selbstkontrolle. Der Standort ist dein psychisches Zentrum. Durch die rituelle Betonung dieses Zentrums gewinnst du Standfestigkeit, stärkst den Ort, von dem aus dein Wille sich selbst auf das Ziel richten kann, auf welcher Ebene es auch liegen mag.

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Stand: 10.04.2020
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Sieger Havanna Eckteil
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Moderne Gartenmöbel: Das Havanna Mittelteil von Sieger Die Marke Sieger steht im Bereich von Gartenmöbel für hochwertige Qualität und neutraler Optik. Sie zeichnet sich durch klare Linien und kompakte Formen genauso aus wie die hochwertige Verarbeitung verwendeter Materialien. Das Havanna Mittelteil ist das Herzstück einer individuell gestalteten Sitzecke. Der Loungestil wird durch entsprechende Sessel und Eck- bzw. Seitenteile ergänzt. Dieses moderne Modulsystem bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Terrasse entsprechend der Maße passgenau zu gestalten. Sie können also das Havanna Mittelteil mit einem Eckmodul oder einem Seitenteil kombinieren. Ferner bietet Sieger die Seitenteile mit Armlehne rechts oder links an. Ein praktisches Detail, das Ihre Sitzgruppe für die Terrasse zur Wohlfühlzone macht. Sieger: Ein Name steht für Qualität und moderne Optik Die Serie Havanna von Sieger besteht aus einem robusten Aluminiumgestell. Ein stabiler Rahmen, der für die tägliche Nutzung konzipiert ist dauerhaft beständig ist. Dieser Rahmen wird durch eine Teakholz-Applikation erweitert, die sich beim Mittelteil hinter der Rückenlehne befindet. Für Sitzfläche und Rückenlehne wird eine hochwertige Kunstfaser verarbeitet. Textilux ist ein Gewebe, das speziell für die Nutzung im Außenbereich konzipiert und mit besonderen Eigenschaften ausgestattet ist. So ist Textilux atmungsaktiv und benötigt keine spezielle Pflege. Die weichen Sitzkissen wiederum bestehen aus einem Sunproof-Bezug, der UV-beständig ist. Mit diesem Material genießen Sie hohen Komfort, denn hier wurde eine Anti-Flecken Ausrüstung integriert, die bestimmte Stoffe erst gar nicht aufnimmt. Dennoch sind die Bezüge waschbar und können in der hauseigenen Waschmaschine bei 40 °C gereinigt werden.

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Stand: 10.04.2020
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Die Grundlagen für mein Denken und Arbeiten wurden an der Universität Siegen gelegt, an der ich das Ende eines wahrlich goldenen Zeitalters miterleben durfte. Allen voran möchte ich hier Helmut Kreuzer (1927-2004) nennen, dessen Weitblick, Gespür für Themen und wissenschaftliche Liberalität mich stets bee- druckt haben. Für ihn zu arbeiten war eine Ehre. Zudem danke ich Peter Seibert und Helmut Heinze für ihre gute Ausbildung und Burkhard Schaeder für einen einzigen Satz im ersten Semester, der mein ganzes Studium getragen hat. Das D- ken von Siegfried J. Schmidt hat in den späten Siegener Jahren viel von meinen wissenschaftlichen Interessen geprägt. Es war keine leichte Herausforderung, das dort Gehörte mit dem Wissen der Theologen (Jürgen Werbick, Ingo Broer, Elmar Kos), Philosophen (v. a. Bernhard Irrgang und Jochem Hennigfeld) und der - triebswirte (u. a. Hermann Freter) in Einklang zu bringen. Helmut Kreuzer, Michael Krzeminski und Klaus Kreimeier sei Dank, dass sie mir früh gestatteten, mein w- senschaftliches Crossover im Medienstudiengang der Universität Siegen auch in der Lehre zu erproben. So erlaubten sie mir, mein erstes Seminar im WS 1997/98 über Schweigen als Kommunikationsform zu halten. In Hannover förderten mich später Ulli Gröttrup und mein langjähriger Mentor dieser Jahre, Bernd Schmidt, bei dem ich nach seinem Wechsel an die Universität Göttingen bislang am häufigsten lehren durfte.

Anbieter: Dodax
Stand: 10.04.2020
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Sieger Teakholz-Tischplatte L 220 cm/B 100 cm
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Die Sieger Polytec Tischplatte Genießen Sie die Freiheit eines individuellen Tischsystems! Sieger hat ein meisterhaftes System für Gartentische entwickelt. Daher ist Polytec Tischplatte speziell für die Nutzung im Außenbereich konzipiert. Lassen Sie sich vom modernen Look dieser Tischplatte inspirieren und kombinieren Sie diese mit einem passenden Tischgestell aus robustem Aluminium. In erster Linie verfügt die Sieger Polytec Tischplatte über einen robusten Witterungsschutz. Daher stellen Sonneneinstrahlung oder Regen kein Problem dar. Hierbei handelt es sich um eine erstklassiges Verbundmaterial, bestehend aus einem speziellen Hochdrucklaminat in verschiedenen Farben. Dieser Werkstoff ist kratz- und bruchfest, schlagfest und säurebeständig. Selbstverständlich ist der attraktive Polytec Tisch pflegeleicht und wird nur mit einem feuchten Tuch gereinigt. Eine Imprägnierung ist nicht erforderlich. So flexibel und robust sind Sieger Polytec Tischplatten Neben den sehr guten Gebrauchseigenschaften holt sich auch die Optik eine Siegerposition. Auffallend ist die filigrane Erscheinung der Platte, die dennoch äußerst robust ist. Die Tischplatte wird so aufgelegt, sodass eine schwebende Optik entsteht, die ein extravagantes Erscheinungsbild erzeugt. In Kombination mit dem Sieger Aluminium Tischgestell können Sie persönliche Gestaltungswünsche einbinden. Wir bieten Ihnen daher die Farbnuancen Beton Dunkel, Zement Graphit, Zement Anthrazit, Bronze, Moon, Eiche Hell oder Eiche Dunkel an. Jeder einzelne Farbton wirkt täuschend echt und sehr lebendig. Ebenso wählbar ist die Größe der Tischplatte. Mit Größen zwischen 90 cm und 200 cm nutzen Sie Ihre vorhandene Stellfläche auf der Terrasse sinnvoll aus.

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Stand: 10.04.2020
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Kapellen, G: Blickwirkungen
13,90 CHF *
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In der Hypnotherapie werden Geschichten erzählt, während der Patient in einem Zustand der Trance ist. Trance ist ein natürlicher, vertiefter innerer Zustand, in dem die bewusste Aufmerksamkeit nahezu völlig von den äusseren Dingen abgezogen und intensiv zu den inneren, unbewussten Abläufen gelenkt wird. Die Geschichte entwickelt sich so zu einem lebendigen Erleben, ganz der eigenen Persönlichkeit und ihren ureigenen Bedürfnissen folgend. Da die 12 Geschichten hier im Buch in Trancesprache geschrieben sind, können sie beim Lesen jene Tranceatmosphäre im Inneren herbeiführen, in der das Bewusstsein und das Unterbewusstsein gleichzeitig berührt und aktiviert werden. Die Geschichten erzählen von den Urformen unserer Seele, von dem inneren unzerstörbaren Vermögen, mit dem wir alle ausgestattet sind. Sie erzählen von unseren archetypischen Seelenkräften, die in Gestalt von Kindern, Adlern, Quellen und vielem mehr daherkommen, und sie erzählen, wie wir siegen können über die finsteren Mächte, die unsere Seele bedrohen wollen. Gertrude Kapellen arbeitet seit 1976 als Hypnotherapeutin, und ihre einzigartige Trance-Stimme ist wesentlicher Bestandteil ihres Erfolgs: »Ich wusste ein Ding in mir, das mein Feind sein sollte. Ich konnte es nicht so genau beschreiben, denn ich hatte es noch nie gesehen. Ich sagte ¿Ding¿ dazu, weil ich gar keinen Namen dafür hatte, damals ¿«

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Stand: 10.04.2020
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Sieger Teakholz-Tischplatte L 160 cm/B 90 cm
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710,90 € *
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